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Ring 2, The (2005)
Eine Kritik von ansuz99 (Bewertung des Films: 7/10) eingetragen am 01.04.2005, seitdem 1275 Mal gelesen
Da den Amis seit Jahren nichts mehr einfällt, gibt es nur noch Remakes von Genreklassikern (Dawn Of The Dead, TCM, weiteres im Dreh) und seit geraumer Zeit Remakes von Japan-Knallern. Eine neue Welle ist geboren will man uns allen Ernstes verklickern, der sog. "J-Horror".
Nach dem recht enttäuschenden JU ON - THE GRUDGE Remake, das nun wirklich keiner brauchte, jetzt also RING TWO. Ich war echt gespannt. Einerseits ärgert es mich immer noch, wenn ich immer wieder lese, daß Leute das Verbinski - Remake besser finden als den Original RINGU. Um eins klarzustellen: Ich finde das US-Remake ganz nett, aber RINGU ist einfach viel subtiler und heftiger. Die entscheidende Szene (Sadako kommt aus der Glotze) ist im Original einfach tausendmal alptraumhafter umgesetzt, sowohl was Optik, als auch Sound betrifft. Auch ansonsten finde ich die Figur der Samara im Remake nicht ganz so prickelnd - aber sei es drum.
Richtig interessant wurde es erst, als klar war, daß niemand anderer als Hideo Nakata himself den zweiten Teil von RING drehen würde. Ich halte Nakata für die derzeitige Nummer eins in Sachen subtiler Horror - kein Regisseur versteht es so wie er, aus harmlosen, alltäglich anmutenden Bildern einen Alptraum zu konstruieren - DARK WATER und RINGU sind einfach Meilensteine des Genres. Auf der anderen Seite sind Sequels ja meist schwächer - und da der Film unter US-Flagge läuft, war auch mit dem ein oder anderen Zugeständnis an die Industrie bzw. ihr Bild vom West-Publikum zu rechnen.
Jetzt aber zum Film: Gott sei Dank folgt Nakata seinem japanischen Ringu 2 nicht 1:1 - die Episode mit den Wissenschaftlern und dem Pool wurde weggelassen (fand ich schon damals irgendwie blöd). Statt dessen gibt es einige neue Ideen (die aggressive Hirsch (?) - Herde z.B. ist echt mal was anderes). Im Zentrum steht die Beziehung zwischen Mutter Rachel und Sohn Aidan, die immer noch unter den Nachwirkungen des Fluchs zu leiden haben. Ähnlich wie in DARK WATER versucht sich ein Geist in die heile Welt zu drängen - Samara will an Aidans Stelle eine Mutter, die sie liebt. Zwar gibt es auch hier ein paar Jugendliche, die sich das verhängnisvolle Video reingezogen haben und dementsprechend enden, aber das ist eher Rahmen- bzw. Nebenhandlung, um Gelegenheit für ein paar nette Schocker zu bieten.
All das ist stilsicher und gekonnt umgesetzt. Die erste Hälfte des Films ist wirklich fesselnd - die Spannung wird langsam und kontinuierlich nach oben geschraubt (typisch Nakata halt). Einige handfeste, fiese Schocker gibt es auch. Dann jedoch driftet der Film in -für meinen Geschmack - zu sehr phantastische, fast märchenhafte Gefilde ab, was viel von der Athmosphäre zerstört. Das ist wahrscheinlich der Japan-Touch des Regisseurs - in der japanischen Kultur ist der Geisterglaube ja ganz anders verankert als in unseren ach so aufgeklärten westlichen Breitengraden.
Natürlich will ich hier nicht schon die Pointe vorwegnehmen - aber ich fand das letzte Dritte des Films etwas enttäuschend. Die Story um Samaras leibliche Mutter z.B. hätte man sich sparen können.
Fazit: Spätestens jetzt ist es nun wirklich an der Zeit, ein Subgenre zu Grabe zu tragen, das uns in den letzten Jahren des öfteren in wohligen Grusel versetzt , das sich jetzt aber auch abgenutzt hat. Untote Mädchen, mit langen, fettigen schwarzen Haaren, die sich uns auf unangenehmste Weise mit knarzenden gebrochenen Gliedern nähern - das schockt nicht mehr wirklich. Der Original - RINGU setzte Maßstäbe, dann kam eine Reihe netter Filme (Dark Water, Ju On, auch das US-Remake THE RING von Verbinski würde ich hier einordnen). Sadako - Samara - Danke für die nette Zeit und jetzt: Rest in Peace. Nochmals 7/10 Punkten. Und tschüß!
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