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Ring 2, The (2005)
Eine Kritik von Red Shadow ® (Bewertung des Films: 2/10) eingetragen am 02.04.2005, seitdem 597 Mal gelesen
Ohne Zweifel bieten die US-Remakes der Ring-Trilogie Besonderheiten. So löste der erste Teil eine Welle an Neuverfilmungen japanischer Horrorstreifen aus, nachdem erfolgreich mit den Ängsten des Publikums gespielt wurde. Auch Teil zwei konnte schon vorweg mit etwas Außergewöhnlichem die Aufmerksamkeit auf sich lenken, denn eher selten ist es der Fall, dass Regisseure ihre eigenen Werke innerhalb kürzester Zeit neu verfilmen. Hideo Nakata entschloss sich zu diesem Schritt, wobei mehr die dicken Dollarbündel der Anlass dazu waren, als der Gedanke dem Betrachter Innovation zu bieten.
Schockiert wird man bei „The Ring 2“ jedenfalls nicht durch Effekte im Film, sondern aufgrund eines tiefen Falls, gemäß japanischer, krasser filmischer Gegensätze, vom äußerst gelungen ersten Teil hinzu einer faden, ideenlosen fünf Minuten Terrine, die als Fortsetzung allenfalls die eigenen, hoch angesetzten Ansprüche vernichtet.
Rachel (Naomi Watts) und ihr Sohn Aidan (David Dorfman) haben sich in ein kleines Städtchen zurückgezogen, um das Kapital Samara abzuschließen. Doch wie der Zufall es will, existiert auch hier eine Kopie des Videobands, wodurch der Fluch um Samara wieder ausgelöst wird. Ihr nächstes Opfer soll dabei ausgerechnet Aidan sein.
Die Chose namens Plot erinnert eher an ein „Toilettenprojekt“, wohl durchdacht in 4 Minuten und das fünfmal die Woche, wobei der Gesamtzeitraum nicht einen Monat übersteigt.
Man könnte das Ganze auch als „Rachel und Aidan Keller Story“ deklarieren, denn der Plot umfasst überwiegend das Mutter-Sohn-Verhältnis und das auf eine seifige Weise, die selbst bei der Mutter aller Schnulzen nicht erreicht wird.
Außer einem überfürsorglichen Verhalten einer Mutter, deren Ziel es anscheinend war den Betrachter mit den überschwänglichen Gebrauch des Names „Aidan“ zu nerven, erfährt man zunächst wenig über die Rückkehr von Samara. Irgendwie ist sich wieder da und offensichtlich verfolgt sie die Familie und versucht sich in Aidan einzunisten. Na ja, irgendwie muss sie auch vorkommen und für paar Schocker sorgen.
Das Resultat des Mangels an Ideen sind plakative, pseudo-dramatische Dialoge, die sich ständig wiederholen. Gegenseitige „I love you“ Bekundungen zwischen Mutter und Sohn übertrumpfen in ihrer Anzahl schlichtweg alles. Wie oft Dialoge mit „Aidan“ beginnen und abschließen versucht man nach einer halben Stunde ohnehin schon zu verdrängen, weil man gar nicht daran glauben mag, dass es sich hierbei um die Fortsetzung eines der gelungensten Remakes handelt.
Hintergrundwissen wird erst im Schnelldurchgang im letzten Drittel des Films vermittelt. Plötzlich schießen Rachel im Sekundentakt Ideen über die Motive von Samara durch den Kopf, so dass überaus schnell gehandelt werden muss. Übrigens ein Bedürfnis, das sie mit den Produzenten zu teilen scheint, denn ebenso unausgegoren wie absurd ist das Ende des „Dramas“. Mehr war auch nicht zu erwarten, wenn man die eigentlich interessante Story bis zuletzt hinauszögert und dann in aller Eile abschließen muss.
Überlebt man erstmal die Storyline, muss man mit Ernüchterung feststellen, dass auch bei den Schockern überwiegend Ideenlosigkeit herrschte. Mal abgesehen von zwei bis drei Reanimationsversuchen zu Beginn des Films, gehören die restlichen Schockmomente eher zur Kategorie „Gestern in der Zeitung gelesen“, denn trotz mangelnder Aufmerksamkeit durch das „Aidan“-„I love you“-Syndrom sind es eher stupide, vorhersehbare Reißer, die das Geschehen dominieren. Mit Ernüchterung muss man konstatieren, dass auch hier alleine die Erwartungshaltung die Reise ins Schlummerland verhindert.
Ferner überzeuget nicht einmal die Machart, wenn die eigenen Ansprüche jenseits einer düsteren Grundstimmung angesiedelt sind. Während einige Szenen beispielsweise in der Badewanne noch dem Standard des Möglichen entsprechen, verleiten andere Animationen zum Kopfschütteln, allen voran ein Tier-Angriff auf das Auto Protagonisten; genau genommen eine schlecht eingefügte Attacke von „Killer Bambi“ auf das Auto der Hauptdarstellerin. Das klingt auch ohne visuelle Vorkenntnisse storytechnisch absurd, aber mit bösen CGI-Hirsche (oder welches Tier auch immer) wird das Grauen zusätzlich noch komplettiert.
Naomi Watts kann an diesem Desaster natürlich auch nicht wesentlich etwas ändern, im Gegenteil, ihre fürsorgliche Art ist nicht überzeugend, eher nervtötend, aber bei derartigen Dialogen ist man geneigt zu verstehen bzw. zu verzeihen.
Klein „Chucky“ darf dagegen den Besessenen mimen; gut, das Alter hindert einen daran zu verreißen, aber ein bisschen weniger Klugscheißerei und übertriebener Dramatik hätte auch hier nicht geschadet. In Ordnung, aber wer soll die Schauspieler darauf hinweisen, wenn der Regisseur ein Totalausfall ist!?
Eigentlich sollte der Schock bei Horror-Mystery-Thrillern auf Effekte im Film resultieren, aber in diesen Zustand wird man bei „The Ring 2“ auf andere Weise versetzt und das nicht im positiven Sinne. Es ist schon ein Drama innerhalb der Ring-Trilogie, denn auf Gore Verbinskis gelungen ersten Teil, folgt forcierter, vernichtender Trash, der eine nachhaltige Wirkung hinterlassen wird und ein zuletzt geschundenes Genre noch weiter in den Abgrund zieht. Wahrhaftig ein sehr schlechtes Omen (wow, was für ein treffendes, doppeldeutiges Wortspiel)! (2/10)
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