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Ring 2, The (2005)
Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 6/10) eingetragen am 08.04.2005, seitdem 764 Mal gelesen
Mit „The Ring 2“ wird zwar das US-Remake fortgesetzt, aber es handelt sich um kein Remake des japanischen „Ring 2“.
Die Geschichte spielt rund sechs Monate nach dem Ende des ersten Teils: Rachel Keller (Naomi Watts) und ihr Sohn Aidan (David Dorfman) sind in eine beschauliche Küstenstadt gezogen, um dem Videofluch von des ruhelosen Geistes Samara (Kelly Stables) möglichst fern zu sein. Sie hat einen Job bei einer kleinen Zeitung angenommen, obwohl sie deutlich höher qualifiziert ist. Doch das Verhältnis zwischen Mutter und Sohn ist erkaltet; vor allem über die Geschehnisse des ersten Teils reden sie nie. Damit fängt der Film beeindruckend nüchtern an, denn die Darstellung des Familienlebens ist noch unterkühlter als im Vorgänger.
Doch das Video macht immer noch die Runde – die meisten kennen lediglich den Trick, dass man das Teil kopieren und weiterreichen muss, um dem Fluch zu entgehen. So versucht auch ein schmieriger Highschool Typ den schwarzen Peter an ein Mädel aus seiner Schule weiterzugeben – blöderweise hat die zuviel Angst und sieht nicht hin, sodass der Kerl bald in die ewigen Jagdgründe eingeht. Ist eine nette Sequenz mit ein paar brauchbaren Schocks, die sich etwas an den Auftakt des ersten „Ring“ anlehnt.
Über ihre Arbeit bei der Zeitung erfährt Rachel davon und versucht schlimmeres zu verhindern, indem sie sich das Video krallt und verbrennt. Doch Samara ist damit nicht gebannt – stattdessen hat sie es auf Aidan abgesehen und erscheint ihm, obwohl er dem Fluch ja eigentlich entkommen ist…
„Ring 2“ startet den löblichen Versuch etwas Eigenes auf die Beine zu stellen und keine reine Kopie des ersten Teils zu sein, doch das hat auch seine Nachteile. So lässt „Ring 2“ den Zuschauer etwas zu lange im Dunkeln, worum es eigentlich geht: Anfangs scheint wieder der Videofluch im Mittelpunkt zu stehen, dann scheint Samara Rache zu wollen, ehe dann eine weitere Wendung Samaras wahre Motive enthüllt. Daher findet erst die zweite Hälfte eine klare Linie; in der Zeit davor plätschert der Film etwas vor sich hin und es kommt leider nicht so recht Spannung auf.
In Hälfte zwei kann „Ring 2“ dann deutlich mehr punkten, da die Geschichte halbwegs durchdacht ist. Über kleinere Ungereimtheiten sollte man allerdings hinwegsehen, z.B. was die Hirsche mit dem ganzen Kram zu tun haben (scheinen nur für eine Schockszene da zu sein) oder ob Rachel Samara durch Verbrennen des Videos freigesetzt hat (das wird leider nie so richtig erklärt). Doch die Geschichte ist recht spannend und wird dann flott vom Leder gezogen. Man erfährt etwas mehr über Samara und die Hintergründe des Fluchs, wobei weniger Fragen offen bleiben als beim japanischen „Ring 2“, obwohl beide Filme wenig gemeinsam haben.
Mag die Story etwas plätschern und nicht so der Knaller sein, so kann man Regisseur Hideo Nakata, der schon die japanischen „Ring“ und „Ring 2“ drehte, handwerklich keinen Vorwurf machen. Die Stimmung ist schön düster und verbreitet, die Schocks sitzen. Zwar erschreckt man sich bei weitem nicht so oft und so stark wie bei dem US „The Grudge“, aber leichter Grusel kommt schon auf. Die Effekte können sich auch meist sehen lassen (z.B. das Brunnenklettern von Samara oder die brennende Baumzeichnung an der Zimmerwand); lediglich der Angriff der billig röhrenden CGI-Hirsche hätte besser gemacht werden können, obwohl die Schocks in der Hirschszene trotzdem sitzen.
Naomi Watts macht ihre Sache auch im zweiten Teil wieder gut und liefert sicherlich die beste Leistung ab. David Dorfman nervt hingegen etwas, während Sissy Spacek zwar nur einen kurzen, aber exzellent gespielten Auftritt. Zudem gibt es noch ein Wiedersehen mit Elizabeth Perkins, die eine zwar etwas eindimensionale, aber herrlich hassenswerte Psychologin abgibt. Etwas schade ist der Darstellerwechsel bei Samara, denn Kelly Stables kann ihrer Vorgängerin Daveigh Chase nicht das Wasser reichen.
Trotz der etwas dahinplätschernden Story und kleinerer Ungereimtheiten ist „Ring 2“ ein ganz netter Gruseler geworden, der vor allem mit seiner Atmosphäre punkten kann und in der zweiten Hälfte an Drive gewinnt.
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