Ansicht eines Reviews

Ring 2, The (2005)

Eine Kritik von bigimot66 (Bewertung des Films: 5/10)
eingetragen am 05.02.2006, seitdem 275 Mal gelesen


Nach dem durchaus gelungenen ersten Teil waren die Erwartungen an Ring 2 sicherlich höher als bei seinem Vorgänger, der als US-Remake des hochgeschätzten, japanischen Originals eher mit gemischten Gefühlen erwartet wurde.

War Teil eins noch eine amerikanisierte Variante der Story des japanischen Originals, so geht nun Ring 2 aus Spielbergs Dreamworks Studios andere Wege. Hier wurde nicht wieder auf die Handlung der ebenfalls existierenden japanischen Sequels/Prequels zurückgegriffen, vielmehr wurden einfach die vermeintlich wichtigsten Versatzstücke aus Teil 1 genommen und eine Rahmenhandlung drumherumkonstruiert.

Rachel (Naomi Watts) ist inzwischen mit ihrem Sohn von Seattle in die Provinz gezogen um dem Grauen und Samara zu entkommen. Natürlich funktioniert das nicht so einfach, denn das Video ist auch dort schon angekommen und fordert erste Opfer. Aufgeschreckt durch diese Nachrichten macht sie sich auf die Suche nach dem Video, welches sie auch sofort findet und dann vernichten kann. Soweit so gut – Klappe zu, Affe tot, aber wieder nix mit Ruhe und Frieden. Die böse Samara bemächtigt sich jetzt einfach Rachels Sohn weil sie schon immer eine richtige Mami haben wollte…
Um hier nicht irgendwie zu spoilern lasse ich den Rest der Handlung mal weg. Wie mein kurzer Einblick schon zeigte, ist die Handlung aber nicht so neu, alsdaß man sich nicht ausrechnen könnte wie alles endet.

Diese Story!? Unglaublich was dem Drehbuchautor hier gelang. Eine der unheimlichsten Geschichten des neueren Grusel-Kinos mit derart viel Müll, Langeweile, Platitüden,
Ungereimtheiten und Klischees fortzusetzen ist schon fast rekordverdächtig. Und das alles auch noch unter Ausschluß fast jeglicher Spannung! Wirklich bemerkenswert!

Eigentlich hätte alles so schön sein können. Ring war einer der besten und unheimlichsten Filme der letzten Jahre, der zudem eine enorme Spannung aufbaute die gänzlich ohne Splatter- und Goreeinlagen auskam. Die Akzeptanz bei Publikum und Kritik war gleichermaßen gut und das Einspielergebnis stimmte auch noch. Die ganze Ring-Sache stand also schon mal auf einem guten Fundament.
Klar, dass ein erfolgreicher Film wie Teil 1 eine Fortsetzung quasi zur Pflicht macht ist leider schon eine Art ungeschriebenes Hollywood-Gesetz. Auch die Tatsache, dass diese Fortsetzungen ihren Vorgängern nur sehr selten das Wasser reichen konnten ist durchaus bekannt. Wieso muß uns aber eigentlich immer zwei Jahre nach einem Erfolgsfilm eine meistens mäßige bis saumäßige Fortsetzung vorgesetzt werden? Wieso kann man es nicht erstmal bei einem wirklich guten Film belassen? Oder zumindest warten bis ein über-zeugendes, qualitativ hochwertiges Drehbuch für ein Sequel vorliegt?
Die Antwort auf alle diese Fragen lautet natürlich, weil es um die schnelle Kohle geht.
Und deshalb wurde auch in diesem Fall auf Qualität in Bezug auf das Drehbuch zugunsten des schnellen Geldes verzichtet.

In diesem Rahmen die Leistungen der Schauspieler zu beurteilen ist eigentlich kaum möglich.
Man könnte im besten (?) Falle behaupten, die Darsteller spielen ihre klischeebeladenen Rollen der drehbuchbedingten Vorgabe entsprechend ohne weiter negativ aufzufallen.
Für meine Begriffe störend und letztendlich auch unnötig fand ich eigentlich bloß den Auftritt von Gary Cole als Immobilienmakler.

Um nun noch auf die Regie einzugehen, welche ja auch einen entscheidenden Anteil am Gesamteindruck eines Filmes haben sollte, kann ich eigentlich bloß anmerken, dass die im Falle eines derart üblen Drehbuchs einfach weitestgehend machtlos ist. Daß der gute Mann auf dem Regiesessel hier Hideo Nakata, der Regisseur des japanischen Originals, ist hilft dem Film leider auch in keinster Weise. Als Regisseur hat man in einem solchen Fall eigentlich bloß zwei Möglichkeiten. Entweder man lehnt das Angebot auf Grund des schwachen Buchs ab oder man sagt zu, weil man das Geld braucht oder man in Hollywood ein Bein in die Tür kriegen will. Ich hätte Nakata jedenfalls zu ersterem geraten. Dieser
Film hilft ihm weder weiter noch erhöht er sein Ansehen.

Fazit: Für Genre-Neulinge sicherlich passabel unterhaltend, allerdings ohne großen Erinnerungswert. Für Freunde von Teil 1 und Leute die gute Filme mögen sicherlich
eine weitere große Enttäuschung des Kinojahres 2005.


Surprise me!
"Surprise me!" BETA
Lassen Sie sich überraschen! Wir führen Sie zu einem zufälligen Treffer zu einem Thema Ihrer Wahl... Wollen Sie eine andere Kritik von "bigimot66" lesen? Oder ein anderes Review zu "Ring 2, The (2005)"?


Zur Übersichtsseite des Films
Liste aller lokalen Reviews von bigimot66

Zurück





Copyright © 1999-2012 KI Media GbR
Alle Rechte vorbehalten.
Nutzungsbedingungen · Werben · Impressum
Hosted by Net-Build



Quicksearch






User-Center

Benutzername: 
Paßwort:
Login nur für diese Sitzung:

·

788 Besucher online





Abonnement


Abonnement - Bitte erst anmelden
Melden Sie sich bitte an, um Abonnements vornehmen zu können



Neue Reviews


Gefährten (2011)
Fight of the Dragon (1999)
Schrei, wenn Du kannst (2001)
New Rose Hotel (1998)
Razorback - Kampfkoloss der Hölle (1984)



News


Unser News-Bereich wurde überarbeitet und wird in Kürze weiter ausgebaut werden, damit Sie stets aktuell über alle Neuigkeiten rund um die Welt des Films informiert sind.

» Zum neuen News-Bereich