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Ring 2, The (2005)

Eine Kritik von Adalmar (Bewertung des Films: 2/10)
eingetragen am 30.10.2006, seitdem 987 Mal gelesen


War der erste Versuch einer amerikanischen Variante des japanischen Ringu-Mythos noch ganz nett und vermochte mit schönen atmosphärischen Bildern zu erfreuen - wenn auch ein amerikanischer Film niemals die Intensität eines noch so durchschnittlichen Japan-Gruselfilms erreicht, auch wenn seine finanzielle Ausstattung noch so hoch bemessen ist - so wird die Fortsetzung völlig in den Sand gesetzt - und das Schlimmste ist, unter der Regie von Hideo Nakata, dem Meister selbst, der sich gedacht haben wird "wenn meine Saga schon totgeritten wird, will ich wenigstens selbst im Sattel sitzen". So geschieht es dann auch. Selten war ein Gruselfilm so ungruselig. Die Samara, der US-Abklatsch der dämonischen Sadako Yamamura, sieht abgesehen von dem Blaustich wie ein nettes Mädel aus, das mit dem falschen Fuß zuerst aufgestanden ist und jetzt mal gelangweilt in irgendwelchen Spiegeln oder Fotos erscheint. Und selbst das passiert so selten und auf so vorhersehbar-unspektakuläre Weise, dass man nur noch auf das Ende des öden Treibens wartet.

Dazu kommt noch ein typisch amerikanisches Manko: Die Mutter-Sohn-"Problematik", die sich im ersten Teil noch im Rahmen des Erträglichen bewegte. Jetzt schlägt uns Drehbuchautor Ehren Kruger (solche Namen gibt es auch nur in Amerika...) die volle Kitsch-Ladung um die Ohren. Wenn nicht gerade Mami und Sohnemann auf unterstem Niveau sich ihrer gegenseitigen Zuneigung versichern, psychologisiert Mami mit irgendwelchen Drittpersonen über das merkwürdige Gebaren ihres Sprösslings. Man hat den Eindruck, dass so etwa 80 Prozent der Dialoge aus Sätzen wie "Hast du mich lieb, Mami?" - "Ja, ich hab dich lieb, Aidan." - "Ich hab dich auch lieb, Mami" bestehen. Naomi Watts ist der einzige Lichtblick dieses Films, kann aber das Versinken im familientherapeutischen Stumpfsinn nicht verhindern. Die Gastauftritte halbwegs bekannter Gesichter wie Elizabeth Perkins oder der guten alten Sissy Spacek, die immerhin ihre alte schauspielerische Intensität aufblitzen lässt, können da auch nicht viel retten.

Was Effekte und ähnliches angeht, muss man wieder mal feststellen, dass auch eine anständige finanzielle Ausstattung nicht die totale Uninspiriertheit eines auf Harmlosigkeit und Versöhnlichkeit getrimmten filmischen Gesamtkonzepts aufzufangen vermag. Da kann auch mal ein wenig Wasser zur Decke fliegen oder ein Haufen völlig unecht aussehender Hirsche kann bösartig ein Auto angreifen (völlig misslungenes Plagiat aus "Das Omen"). Solche Szenen reizen, vor allem wenn man solche Filme wie "Ju-On" als Vergleichsfolie im Kopf hat, allenfalls zum müden Grinsen. Dazu kommt die Offensichtlichkeit der CGI-Effekte.

Insgesamt ein Film, den man sich getrost ersparen kann. Die sehr natürlich und liebenswert agierende Naomi Watts gibt wieder mal eine ansprechende Vorstellung, die in meinen Augen dem Film noch einen Punkt oberhalb der schlechtesten Note verschafft. Sonst aber gänzlich unbrauchbar.


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