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Stay (2005)

Eine Kritik von niklas90 (Bewertung des Films: 2/10)
eingetragen am 16.11.2008, seitdem 516 Mal gelesen


Ewan McGregor spielt einen Psychiater, dessen neuster Patient, ein Student, der offensichtlich in die Zukunft sehen kann, gespielt von Ryan Gosling, ihm eröffnet, dass er sich in drei Tagen das Leben nehmen will. Natürlich versucht er dies zu verhindern und wird emotional immer tiefer in die Geschichte verstrickt, da seine Freundin, gespielt von Naomi Watts, ebenfalls einen Selbstmordversuch hinter sich hat. Ihm unterlaufen immer mehr mysteriöse Begegnungen und Ereignisse, bis er schließlich an die Grenzen seines Verstandes stößt.

Immer mal wieder erscheinen Kunstfilme dieser Art und die Reaktionen sind meist ähnlich: Manche finden den Film sehr gut, überschütten ihn mit Lob und sehen in dem Film mehr, als eigentlich drin steckt, andere finden überhaupt keinen Gefallen an dem Film und so ist es mir ergangen, wobei mir ähnlich verschachtelte Filme wie "21 Gramm" sehr zugesagt haben und ich eigentlich ein großer Fan des Mystery-Genres bin.

Zunächst einmal entzieht sich das Ende des Films jeglicher Logik und während es bei "Donnie Darko", der ja ein ähnlich offenes Ende hat, so war, dass es wenigstens verschiedene Theorien gab, warum die Ereignisse so abgelaufen sind, gibt es bei "Stay" überhaupt keine, auch nur im Ansatz logische Lösung, die nicht durch ein Ereingis oder eine Wendung sicher auszuschließen wäre. Die Charakterkonstruktion hat sicherlich einige gute, innovative und interessante Aspekte, allerdings ist sie so unglaubwürdig, dass man zu keinem Zeitpunkt in die Dramaturgie des Films einsteigen kann. Die Wendungen sind unvorhersehbar, aber auch sehr unglaubwürdig und so scheitert die Story trotz, oder gerade wegen des hohen Maßes an Innovation, das hier an den Tag gelegt wird. Andererseits sind aber auch ein paar gelungene Aspekte dabei, die manchen Filmliebhabern sehr gut gefallen werden.

Marc Forster hatte ja schon mit "Monsters Ball" und anschließend noch stärker in "Wenn Träume fliegen lernen" gezeigt, dass er definitiv nicht dem Mainstream-Kino zuzuordnen ist und immer wieder Neues probiert, aber diese Inszenierung ist dann doch zu unkonventionell geworden, während ich an "Wenn Träume fliegen lernen" noch Gefallen finden konnte. Narrativ ist Forsters Inszenierung enorm schwach, der Film ist so unübersichtlich erzählt, dass man teilweise nicht mal mehr weiß, ob die Szene, die gerade gezeigt wird nun an die vorherige anknüpft, oder ob es sich um eine Rückblende handelt. Spannung und Dramatik kann Forster so kaum aufbauen, da man als Zuschauer zu keinem Zeitpunkt einen Einstieg in den Film findet. Optisch ist der Film interessant gelungen und teilweise kreiert Forster so durchaus eine düstere und gespannte Atmosphäre, aber auch hier trägt er zu dick auf. Der Film ist düster und eindrucksvoll bebildert und optisch durchaus stellenweise faszinierend und fesselnd, aber auf Dauer stört es dann doch. Der Score ist düster und gelungen, aber auch die beste handwerkliche Inszenierung nützt nichts, wenn die Handlung langweilt. "Stay" war damit das außergewöhnlichste Werk von Forster, der mit "Schräger als Fiktion" und "Drachenläufer" schließlich der Mainstream immer näher kam, bevor er diese mit "Ein Quantum Trost" endgültig erreichte, was eigentlich schade ist, da man zumindest bei "Wenn Träume fliegen lernen" sehen konnte, wie viel Potential in ihm steckt.

Darstellerisch gibt es nichts zu bemängeln. Ewan McGregor ist als besorgter Psychologe sympathisch und darstellerisch gewohnt stark, Naomi Watts überzeugt ebenfalls als besorgte Freundin und Ryan Gosling zeigt einmal mehr, dass er einer der vielversprechendsten Nachwuchsdarsteller Hollywoods ist und auch der restliche Cast weiß zu überzeugen.

Fazit:
Der Film ist absolute Geschmackssache und mit keinem anderen Werk vergleichbar und ich empfehle ihn an jeden, der mal eine Abwechslung zum Mainstream-Kino haben will, auch wenn er mir nicht gefallen hat. Wer jedoch einen Film mit logischem Ende sehen will und im Wesentlichen auf Unterhaltung aus ist, sollte einen weiten Bogen um Forsters Film machen, der im Wesentlichen durch eine visionäre Bebilderung und durch seinen starken Cast überzeugt, mir aber nicht einmal ansatzweise gefallen hat.

24%


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