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Casablanca (1942)

Eine Kritik von 3hundert (Bewertung des Films: 10/10)
eingetragen am 01.09.2005, seitdem 1167 Mal gelesen


Casablanca ist ganz klar der Klassiker unter den Klassikern. Kein Film wurde so oft zitiert, kopiert, Ausgezeichnet oder verehrt. Was die technische Umsetzung und Kulisse angeht, zählt er zu den Makellosesten der Filmgeschichte. Durch die Besetzung der beiden Hauptrollen mit Humphrey Bogart und Ingrid Bergman bekommt man das Who is Who der 40er Jahre serviert.

Was vielen heute vielleicht gar nicht mehr bewusst ist, ist die Tatsache, dass Casablanca nicht Rückblickend ein Drama über einen Schauplatz darstellt, das vom Krieg heimgesucht und umgeben ist, sondern Zeitgleich zu den Geschehnissen entstanden ist. 1942 war Casablanca eine Kriegsneutrale Zone und somit ein Schmelztiegel für alle Kriegsflüchtigen. Alles was man auf der Leinwand sieht, könnte – zumindest so ungefähr - gerade Wirklichkeit werden. Genau das gibt Casablanca den zusätzlichen Zauber und die Faszination mit auf den Weg. Dieses gewisse Extra ist einer der Dinge, die den unzähligen Nachahmern fehlt.

Da dieses Ereignis noch so frisch war, musste das Drehbuch während der Dreharbeiten immer wieder umgeschrieben und verbessert werden. Zwar merkt man der Geschichte an, dass diese nicht Jahre vorher geplant und ausgearbeitet wurde, aber statt damit wie schon bei so vielen anderen Filmen den Inhaltlichen Todesstoss zu versetzen, gewinnt Casablanca mit dieser Maßnahme an Leben, Atmosphäre und Zeitlosigkeit.

Zusätzlichen Kultstatus erlangt Casablanca wegen seinen einzigartigen und viel kopierten Dialogen, die sich auch heute noch mit Leichtigkeit ins Gedächtnis des Zuschauers einbrennen. „Spiel es noch einmal Sam“, „Ich glaube dies ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft“ oder der unvergessene Schlusssatz „Verhaften sie die üblichen Verdächtigen“, der übrigens Namensgeber für einer der ganz großen Filme der 90er Jahre ist, sind bis heute unvergessen. Bei den ganzen Superlativen, wurde Casablanca ein absoluter Kassenschlager und zählt zu den Erfolgreichsten Filmen der 40er Jahre und erhielt 1944 unter anderem den Oscar in der Königsdisziplin Best Picture.

Nach diesen ganzen Lobeshymnen kommen wir nun endlich zum eigentlichen Inhalt. Die Marokkanische Küstenstadt Casablanca gilt während des Zweiten Weltkriegs auch noch nach der Eroberung Frankreichs als Neutrale Kriegszone und ist Durchreiseplatz für alle Kriegsflüchtigen. In mitten dieser Stadt hat sich Rick Blaine (Humphrey Bogart), ein Desillusionierter Amerikaner niedergelassen. Er ist Besitzer des Nachtclubs Rick’s, ein Treffpunkt für alle, die sich in die USA absetzen wollen. Erst als Rick seine Ex-Geliebte Ilsa in seinem Nachtclub wieder sieht, die in damals ohne ersichtlichen Grund verlassen hat, brechen für ihn alte Wunden auf.

Alles was nach der Einführung gezeigt wird - die einer Wochenschau stark ähnelt - lässt sich keinem Genre eindeutig zuordnen. Zum einen ist die Rückblende nach Paris, die sich mit der Liebe zwischen Ilsa und Rick befasst als Reine Romanze anzusehen, zum anderen ist das Dreieckeckspiel zwischen den beiden und Ilsas neuem Geliebten Laszlo (Paul Henreid) ein Drama. Zusätzlich gibt es durch die Morde, Korruption und Fluchtversuche viele Elemente, die an einem Spionagefilm, Krimi oder Adventure erinnern. Durch den Schauplatz und der Politischen Situation befindet sich Casablanca nebenbei irgendwo zwischen Drama und Kriegsfilm.

Casablanca ist einer der ganzen Großen der Filmgeschichte. Es macht einfach Spaß, sich das Romantische Dreiecksspiel anzuschauen. Herausragende Geschichte mit tollen Schauspielern. Bogart ist dermaßen Cool, besticht mit Wortwitz und einer unglaublichen Leistung. Er und Ingrid Bermann wurden mit Casablanca Unsterblich. Ein Klassiker den sich keiner entgehen lassen sollte.

PS: SPOILER. Sicherlich war Casablanca ein Propagandafilm, der sich für die Ziele der Alliierten einsetzte. Deutlich wird dies in der Schlussszene, in der Bogart seine Liebe zu Ilsa aufgibt, damit sie dem Freiheitskämpfer Lazlo unterstützen kann. Allerdings hätte die Geschichte auch ohne diesen Politischen Hintergrund Funktioniert und schadet der Glaubwürdigkeit der Beziehung zwischen den drei Hauptdarstellern in keinster Weise. Jeder kann diesen Makel auslegen und Gewichten wie er will. Aus meiner Sicht verliert Casablanca dabei aber nichts an seiner Faszination.


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