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Casablanca (1942)
Eine Kritik von deadlyfriend (Bewertung des Films: 10/10) eingetragen am 10.04.2011, seitdem 306 Mal gelesen
Es gibt diese Filme, deren Existenz jedem bekannt sind, die zitiert und vergöttert werden. Filme, in denen Stars einer längst vergangenen Epoche mitspielen, wobei kaum einer der Beteiligten noch am Leben ist und trotzdem einen unzerstörbaren Bekanntheitsgrad haben. "Casablanca" gehört zu dieser Gattung und das völlig mit Recht. Obwohl doch eine Menge kleinere Film- und Anschlußfehler zu finden sind, erliegt man nach wenigen Minuten einem ungewöhnlichen Zauber. Sei es die fantastische Atmosphäre von "Rick`s Café Américain" oder die brillanten Dialoge, die seinen Status bis heute untermauern. In Casablanca fühlt man sich wohl, auch wenn dort jeder Probleme hat bzw. es davon eine Menge gibt. Es war nun mal keine schöne Zeit und ich bin mir sicher das der Film bei seiner Uraufführung wesentlich beängstigender wirkte. Durch den Wandel der Zeit hat sich zu diesem Film aber eine romantische Beziehung gebildet. Verliebt in einen Film sozusagen. Man sehnt sich danach wieder Sam bei "As time goes by" zu hören, die im Regen verwischenden Buchstaben auf dem Abschiedsbrief zu lesen, oder imaginär einen Cointreau bei Carl zu bestellen. Ja, aus meiner nostalgisch verklärten Sicht, entwickelt man eine Art Sehnsucht nach dieser Melancholie, die über dem Film schwebt.
Das Besondere ist natürlich die Entstehungszeit, da er mitten im 2.Weltkrieg gedreht wurde. Zu einer Zeit, bei der man als Produzent nicht wusste, ob man nicht gerade Schnee von gestern dreht, der möglicherweise schon bald überholt wird. Immerhin fielen die Deutschen gerade in Nordafrika ein. Kurioserweise startete der Film in den Kinos zur gleichen Zeit als die "Casablanca Konferenz" stattfand, was mit Sicherheit so nicht beabsichtigt war.
Bleiben noch die beiden Hauptdarsteller, die neben den hervorragend agierenden Nebendarstellern den Kult um den Film begründeteten: Humphrey Bogart und Ingrid Bergman. Vielleicht begründete aber auch der Film den Kult um die Beiden. Das wird man wohl heute nicht mehr feststellen können. Die unglaublichen Dialoge und magischen Momente zwischen ihnen sind aber heute nicht mehr wegzudenken. Insgesamt gibt es Vieles, das heute in unseren Köpfen verankert ist. "Schau mir in die Augen, Kleines", was nur in der ersten Synchro verwendet wurde oder "Verhaften sie die üblichen Verdächtigen", sowie "Spiel es einmal, Sam" sind Zitate die fast jedem bekannt sein dürften. Interessanterweise sind die gleichen Zitate im O-Ton in den USA genau so bekannt, wie die deutschen Pendants bei uns.
In der ersten deutschen Fassung wurde übrigens der Nazi-Bezug und seine komplette Propagandawirkung dieser Zeit entstellt und abgeändert. Erst über 30 Jahre später kam die "richtige" Fassung in Deutschland auf den Markt.
Für mich ist "Casablanca" ein unverzichtbares Stück Filmgeschichte, das jeder mal gesehen haben sollte. Ich bin mir auch sicher, das der Kult um diesen Film auch in weiteren Generationen Bestand haben wird und sei es nur durch Überlieferungen.
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