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Casablanca (1942)

Eine Kritik von MäcFly (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 16.12.2003, seitdem 1008 Mal gelesen


Es gibt nicht viele Filme, die über ein halbes Jahrhundert lang nicht vergessen werden und zudem als Zitatenschleuder für Filmfans von heute immer noch unverzichtbar sind. Wenn das überhaupt auf einen Film zu hundert Prozent passt, ist es wohl Michael Curtiz’ „Casablanca“, bei dem man heutzutage immer noch an Sätze wie „Spiel es, Sam!“ oder „Ich schau dir in die Augen, Kleines!“ denkt.

Was macht aber diese, an sich stinknormale, Liebesgeschichte zu einem Klassiker?

Da wäre zunächst einmal die Zeit, in welcher sich die Ereignisse zutragen: „Casablanca“ entstand im Zweiten Weltkrieg und spielt im Zweiten Weltkrieg, nicht im Zentrum der Kämpfe, sondern in einer Küstenstadt Marokkos, einem Schmelztiegel von Einwanderern aller Herren Länder, von dem aus sich die Tür zur freien Welt (natürlich Amerika) öffnet. Die historische Komponente zieht sich durch den ganzen Film, die Charaktere werden immer wieder vom Kriegsgeschehen beeinflusst, was die einzelnen Handlungsschritte nachvollziehbar macht und man auf diese Art wirklich mit den Figuren leidet.

Da ist zum anderen die unheimliche Präsenz eines Humphrey Bogart, der hier nach „Die Spur des Falken“ seinen nächsten unvergesslichen Auftritt hatte, und bei dem man ohne Bedenken von einer der legendärsten Performances der Geschichte sprechen kann. Sein Rick wirkt ebenso lebendig wie das „Café Américain“, Knotenpunkt der Handlung, zu dem alle wichtigen Figuren einen Zugang besitzen. Hier wird die Geschichte auch immer wieder durch humorvolle Einlagen aufgelockert, der überragende Moment inklusive Gänsehaut-Feeling ist natürlich der, in dem einige Gäste mit der „Marseillaise“ ein Marschlied Nazi-Deutschlands niederschmettern und somit symbolisch die Unterdrückung überwinden.

Die Chemie zwischen Bogart und Bergman stimmt selbstverständlich auch bis ins letzte Detail, so ist es abwechselnd vergnüglich und traurig, den Dialogen des zynischen, ausgebrannten Rick und der hübschen, überzeugten, aber doch zerbrechlich wirkenden Ilsa zu lauschen, in deren Augen man(n) versinken könnte.

Hinzu kommt Curtiz’ Fähigkeit nicht für den Moment, sondern für die Ewigkeit zu inszenieren, was man nicht verstehen kann, wenn man „Casablanca“ nicht gesehen hat. Betrachtet man aber mal die Ausstattung, die wohltuende Einfachheit und Unvergänglichkeit der Story, die uns bis heute in diversen Variationen immer wieder begegnet, die legendären Dialoge sowie die Abschiedsszene am Flughafen, so kann man nur zu der Überzeugung kommen, dass dies hier ein unvergessliches Stück Kinomagie ist, von dem ich nicht behaupten kann, dass es mich vom Hocker gerissen hat. Aber jeder wird nach nur einem Pflichtdurchgang zu schätzen wissen, warum „Casablanca“ seinen Status innehat.


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