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Zauberhafte Land, Das (1939)
Eine Kritik von Schlombie (Bewertung des Films: 10/10) eingetragen am 02.07.2008, seitdem 386 Mal gelesen
Es fällt mir schwer mir vorzustellen, wie man „Der Zauberer von Oz“ hätte besser machen können. Meiner Meinung nach ist diese Verfilmung einer der besten Märchenfilme, ein hervorragendes Musical und ein einfallsreiches Stück Fantasy. Es scheint, als ob keine Kosten und Mühen gescheut wurden. Die Kulissen sind traumhaft, die Zahl der Statisten für seine Zeit immens hoch, und die Kostüme sind ein Traum für sich. Der große Kniff mit dem Wechsel von Schwarzweiß-Szenen zu Farbe und wieder zurück hat Menschen über Jahrzehnte ebenso begeistert wie das komplette Werk an sich. Die Musik ist, wie es sich für ein gutes Musical gehört, trotz seines Alters noch immer derart gut, dass es auch neue Generationen immer wieder zu begeistern weiß. Neben dem berühmtesten Song „Somewhere Over The Rainbow“ begeisterte mich persönlich in erster Linie das Operettenlied des feigen Löwen vor dem Schloß von Oz.
Dank seiner frühen Entstehungszeit ist das fertige Werk für einen familiengerechten Film herrlich düster umgesetzt. Die Hexe dürfte bei den Kleineren ebenso enorm wirken wie ihre Horde fliegender Affen. In der deutschen Fassung gewinnen die Figuren dank hervorragender Stimmenauswahl an Sympathie und Potential, hervorzuheben sind ganz besonders Dorothys drei Begleiter und die eben erwähnte Hexe.
Die Tricks sind für seine Zeit ebenso phänomenal wie die Geschichte, die zu keinem Zeitpunkt auch nur annähernd einfallslos wirkt. Von der eher simplen Erscheinung der guten Hexe bis hin zum glorreichen Einsatz des Unwetters sticht kein Effekt als mäßig ins Auge. Zudem fügen sich die Effekte immer der Story, sie werden nie unnötig eingesetzt. Ungewohnt für den Cineasten unserer Zeit dürfte das Alter Dorothys wirken, aber die Zeiten waren halt anders. In der sehr plumpen Fortsetzung „Oz – Eine phantastische Welt“ wurde Dorothy deswegen auch zeitmäßig durch ein wesentlich jüngeres Mädchen verkörpert.
Als Cineast sollte man diese 30er-Jahre-Verfilmung vom „Wizard Of Oz“ unbedingt mal gesehen haben. Allein wegen der vielen Verweise in Filmparodien wie „Die nackte Kanone“, „Spaceballs“, „The Kentucky Fried Movie“ und bei diversen Folgen der Simpsons ist „Das zauberhafte Land“, so der Alternativtitel, Pflichtprogramm. Es gibt ohnehin nur sehr wenig Filme und Serien, die mit dem Mittel der Parodie arbeiten, ohne je diesen Film zitiert oder parodiert zu haben. Selbst Werke wie „The Blair Witch Project“ lassen augenzwinkernde Andeutungen auf diesen Filmklassiker anklingen.
Die perfekte Besetzung, die grandiose Umsetzung, die tollen Bauten und Kostüme und die wundervolle Musik entführen den Zuschauer auf Spielfilmlänge in ein Land der Träumereien und des Phantastischen. Bei so viel Perfektion kann man schnell mal vergessen, dass man gerade nur einen Film guckt.
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