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TDR - The Devil's Rejects (2005)

Eine Kritik von Dr. Phibes (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 21.11.2005, seitdem 834 Mal gelesen


Auf geht es in die nächste Runde von Rob Zombies irrer Familie, hier unter dem Titel „The Devil’s Reject“. Zwar hat der Film jetzt nicht mehr ganz den kranken Charakter des Vorgängers, entwickelt sich aber dafür zu einem spannenden Roadmovie.


Irgendwann kriegt man sie alle. Friedlich schläft Familie Firefly in ihren Betten, draußen steht schon die Polizei in Stellung. Als die Stimme des Sheriffs Wydell (William Forsythe) durch das Haus der Familie Firefly schallt, ist guter Rat teuer. Man liefert sich ein Feuergefecht mit der Polizei, es entkommen nur Otis (Bill Moseley) und Baby (Sheri Moon), Mutter Firefly wird verhaftet. Eine Flucht beginnt. Beide rufen noch Captain Spaulding (Sid Haig) an, nicht minder krank, und auf geht die Reise zu Spauldings Bekannten Charlie (Ken „Dawn of the Dead“ Foree). Doch nicht nur die Polizei mit Sheriff Wydell, der seinen Bruder rächen will (s. Teil 1), er beschäftigt selbst Kopfgeldjäger, die die drei jagen sollen. Es beginnt eine brutale Jagt...


Rob Zombies Nachfolger von „House of 1000 Corpses“ schlägt fast genau in die gleiche Kerbe, nur hat man hier einen brachialen Unterschied. Diesmal sind die übrigen Mitglieder der Familie die Gejagten, diesmal jagen sie nicht selber. So entsteht eine Art Roadmovie, welches in einem furiosen Finale enden wird, so viel ist sicher.
Der Film hat nicht mehr die knallige Optik des Vorgängers, auch der Humor wurde ein wenig heruntergeschraubt, ist aber dennoch vorhanden. Viel spielt auf der Straße oder in miefigen Hotels, so bestimmen klassische Brauntöne den Film. Nichts ist mehr zu sehen von den aggressiven Farben, die noch den Vorgänger bestimmten.

Im Gegensatz zu „House of 1000 Corpses“ weiß man direkt, woran man ist. Familie Firefly geht mal wieder jeden Weg, der nötig ist, um zu entkommen. Ein Menschenleben zählt nichts, hinzu sind sie ja alle irre ohne Ende. Es gibt genau so viele kranke Ideen wie auch schon beim Vorgänger, vielleicht noch einen Trick brutaler und menschenverachtender. Daher ist auch „The Devil’s Reject“ nicht für alle geeignet.

Schauspielerisch bekommen wie die selben Hauptdarsteller wie auch schon beim Vorgänger. Wieder ist Sid Haig dabei, komisch wie immer, aber wir erleben ihn auch hier von einer anderen Seite, nicht immer als Clown. Bill Moseley ist der kalte Otis, ein Sadist, einfach verrückt, der Menschen quält und seinen Spaß dabei hat. Hinzu kommt Sheri Moon als Baby, sexy wie eh und je, die immer mal einen Mann den Kopf verdrehen kann um sich damit Fortschritte zu erschleichen. Hinzu gesellt sich eine echte Horrorgröße in einer Nebenrolle, nämlich Ken Foree, natürlich bekannt aus „Dawn of the Dead“ und anderen Horrorfilmen.
Abgerundet wird der Film durch William Forsythe, der den besessenen Sheriff spielt. Der vergisst im Laufe des Films alles, was einen Polizisten auszeichnen sollte und sinnt nur noch auf persönliche Rache.

Die Gewaltdarstellungen sind mal wieder recht derbe geraten. Zombie kostet sie nicht aus, sie sind immer nur Sekundenbruchteile zu sehen, doch vor allem gegen Ende geht es wirklich ab an gewalttätigen Szenen. Man hat zwar nicht mehr das kranke Feeling wie im Vorgänger, doch die Taten sind einfach noch krasser geraten, egal von welcher Seite auch immer. Es zeigt sich, jeder Mensch kann zum „kranken Irren“ werden, wenn man ihn nur lange genug provoziert. Das Finale ist bombig und endet mit einem Knalleffekt, wie man es sich wünscht. Danach ist alles gesagt.
Hinzu kommt immer eine stimmige Musik. Es gibt Szenen, die voller Gewalt sind, keinen Ton haben und nur durch eine gelungene Auswahl von Musik unermalt sind. Auch dies kennen wir schon aus Teil 1 und es hat mir damals schon sehr gut gefallen.
So ist „The Devil’s Reject“ kein Horrorfilm mehr, sondern eher ein harter Thriller mit Roadmovieelementen. Der Grundplot ist aber weiterhin gleich, nur diesmal ziehen die Fireflys durch die Straßen und setzen dort ihre blutige Arbeit fort.


Fazit: Auch Rob Zombies zweiter Teil überzeugt inhaltlich mit einer soliden Story und knallharten Szenen. „The Devil’s Reject“ hat den gleichen Grundtenor wie schon der Vorgänger „House of 1000 Corpses“, vom Film her jedoch völlig anders. Der Humor ist weniger geworden, die ganze Stimmung ist ernster und brutaler, dadurch wirkt der Film auch härter als sein Vorgänger. Die Schauspieler sind wieder hervorragend, besonders Sid Haig, der macht einfach Spaß und hat auch die komischen Szenen auf seiner Seite.
Fans vom Vorgänger werden auch mit diesem Film blendend unterhalten, aber auch wer den Vorgänger nicht mochte, sollte vielleicht mal mehr als einen Blick riskieren, denn der Film ist eben anders. Aus meiner Sicht ist „The Devil’s Reject“ empfehlenswert, wenn auch wegen einiger heftiger Szenen nicht für jedermann geeignet.


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