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Stingray (1978)
Eine Kritik von Intergalactic Ape-Man (Bewertung des Films: 7/10) eingetragen am 27.08.2010, seitdem 466 Mal gelesen
Ein bisschen angetouched von Easy Rider und eigentlich ganz schön banal geht Stingray in die Startlöcher, wenn zwei Ganoven zu Beginn einen Drogendeal abwickeln. Sie erkennen, daß sie geneppt werden sollen und ballern ihre Geschäftspartner eiskalt über den Haufen. Da sind die Bullen natürlich nicht weit, doch in einer überhasteten Aktion haben die Kriminellen Geld wie Koks in einem knallroten Stingray Convertible gebunkert, welcher, so wissen nur wir Zuschauer, vom Autohändler bereits verkauft wurde. Als die Schurken von der Polizei aufgegriffen werden, sind sie sauber. Auf der Wache werden sie von der gesuchten Verbrecherin Abigail abgeholt, die sich in einem Nonnenkostüm tarnt. Da fällt es sicher kaum auf, wenn sie im Fahrstuhl markige Sprüche klopft und einen Zigarillo schmaucht.
Das Trio trifft noch rechtzeitig beim Gebrauchtwagenhandel ein, um die zwei Freunde Al und Elmo dabei zu beobachten, wie sie ihren Stingray abholen. Von der heißen Fracht merken diese noch nichts, jedoch schnell etwas von ihren Verfolgern. Wie es so läuft, wenn man den neuen Flitzer testet, befinden sich Al und Elmo in einer Polizeikontrolle. Abigail wird nervös und so zögern die Halunken gar nicht erst, ein erstklassiges Drive-By-Shooting zu eröffnen, bei dem die Cops draufgehen. Nicht jedoch, ohne vorher die Daten des roten Blitzes durchgefunkt zu haben, weshalb Al und Elmo nun auch bei der Polizei als verdächtige Killer auf der Fahndungsliste stehen.
Der im Filmbusiness kaum befleckte Richard Taylor inszeniert mit Stingray eine wohl als klein zu bezeichnende Produktion (immerhin nennt sich die Firma dahinter schlicht Stingray Productions) und zeigt dabei kaum etwas spektakulär Neues für Freunde der Automobilhatzen im Kino. Die Kamera beobachtet eher statisch und Blechschäden halten sich in Grenzen. Vor allem der Stingray wird verhältnismässig schonend behandelt. Wenn es knallt, sind es meist Polizeiautos, die zerschossen werden oder an einer Kreuzung in ein anderes Fahrzeug knallen, oder die Ganoven rasen sich um Kopf und Kragen.
Mit diesem bisschen hat Taylor dennoch etwas sehr richtig gemacht. Er setzt auf einen rasanten, rhythmisch gut montierten Ablauf, welcher von flotter Musik und angenehmen Motorensounds unterstützt wird. Les Lennom und Robert Mitchums Sohn Christopher wirken etwas zurückhaltend, passen so aber perfekt in das Bild von Jünglingen, die nach dieser Überraschung sichtbar verstört sein müssen. Ferner bieten sie so eine Plattform für ein Dreamteam der Schurkerei, welches durch eine tödliche Mischung aus Tollpatschigkeit und eiskalter Blutrunst glänzt. Sherry Jackson stiehlt als Abigail allen die Schau, wenn sie rückhaltlos auf ihre Komplizen eindrischt oder Widersacher sichtbar mit ihrer Bleispritze durchlöchert. Als sie in einer Spelunke tolldreist angequatscht wird, schüttet sie dem aufdringlichen Herrn seinen Schnaps in die Hose. Wie wenig mit dieser Frau zu spaßen ist, zeigt sich, als er nicht aufgibt und sie ihm den Schritt entzündet. Autsch.
Wenngleich Stingray stellenweise improvisiert wirkt, so kann man sinnlose Füllszenen kaum verdenken, wenn diese zum Beispiel durch den Zustieg einer namenlosen Blondine ausgefüllt werden. Selbstverständlich ist Sondra Theodore, Playmate des Monats Juli 1977, für die Herren ein Zugewinn. Zudem ist Mitchums Mitschnackerspruch in dieser Anhalterszene nahezu putzig. So ergibt sich gut durchgemischte Drive-In bzw. Grindhouse-Bespaßung, mit der man gerne mal eine Runde drehen kann.
 | "Surprise me!" BETA |
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