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Wild Things 3 (2005)

Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 4/10)
eingetragen am 20.09.2007, seitdem 484 Mal gelesen


Im Zuge der ganzen direct to video Sequels wurde von „Wild Things“ nicht nur ein zweiter, sondern auch ein dritter Teil fabriziert.
Potentielles Streitobjekt ist dieses Mal eine Erbschaft in Diamantenform, die Marie Clifton (Sarah Laine) von ihrer Mutter hinterlassen wurde. Doch noch ist die nicht volljährig und Papi Jay (Brad Johnson) hält seine Pfoten drauf, was für Unmut beim Töchterlein sorgt. Schnell ist klar, worum hier belogen und betrogen wird, zumal die Familie bei den Armen bei weg ist.
Verhängnisvoll wird die Sache, als Elena Sandoval (Sandra McCoy) zur Geburtstagsparty von Marie erscheint. Marie kann das Mädel (mit Jugendknastvergangenheit und elektronischer Fußfessel) nicht leiden, doch der werte Herr Papa, spitz wie ein Turnschuh, lädt sie ein. Der „Wild Things“-Kenner weiß, was jetzt kommt: Nach Ende der Party bezichtigt Elena Jay der Vergewaltigung.

Also geht die Sache vor Gericht, es geht um viel Geld, das in der Bank liegende Erbe eingeschlossen. Zwei Polizisten, darunter auch die für Elena zuständige Kirsten Richards (Dina Meyer), werden auch in die Sache verwickelt...
Das größte Spannungspotential bezieht „Wild Things 3“ nicht aus der Frage, welche Überraschung als nächstes kommen mag, sondern inwieweit sich der nächste Twist vom Original unterscheidet. Mal kopiert man den ersten Teil, mal geht man in eine andere Richtung, um mit den Zuschauererwartungen zu spielen, doch wirklich clever oder einfallsreich macht diese die Sache auch nicht.
Ansonsten ist alles beim Alten, man betrügt, verführt und ermordet einander, Bündnisse und Scheinallianzen werden geschlossen und alle sind auf den eigenen Reichtum aus. Freilich ahnt man anhand der Vorgänger schnell, wer wohl mit wem paktiert und wer am Ende übrig bleiben wird, doch „Wild Things 3“ ist immerhin eine kleine Spur wendungs- und temporeicher als der zweite Teil, wenngleich man das nicht als Ritterschlag sehen sollte.

Wie „Wild Things 2“ ist auch der dritte Teil solide abgefilmt, die heiße Kulisse Floridas mit sonnigen Plätzen und schwülen Sümpfen sorgt für Stimmung und ein paar nette Einfälle, wie man einander nun betrügt, sorgen für etwas Kurzweil. Einiges ist sehr durchschaubar, z.B. die Erwähnung eines Jahre zurückliegenden Vorfalls, der natürlich auch mit die Geschehnisse hereinspielen muss, doch leidlich spannend ist „Wild Things 3“ geraten. Immerhin bei der Figur des Vaters ist nicht immer ganz sicher, wie viel da wohl im Argen liegen mag.
Die Darstellerleistungen sind meist im Bereich des soliden Mittelmaßes, sowohl Sarah Laine als auch Sandra McCoy spielen die Hauptrollen ordentlich ohne Neve Campbell oder Denise Richards wirklich das Wasser reichen zu können, der Rest gibt ordentlichen Support ab. Allenfalls ein wenig besser als der Rest ist Dina Meyer, aber von früheren Leistungen ist sie doch entfernt.

Unterm Strich bietet „Wild Things 3“ mäßig spannende, wenig innovative Thrillerkost. Solide abgefilmt, aber mit vielen Anleihen beim ersten Teil ist die Chose noch in der Frage am interessantesten, wo man kopiert und wo man vom Rezept des Originals abweicht. Kein kompletter Schuss in den Ofen, aber unterdurchschnittlich.


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