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Was erwartet man von einem Film, der "Alienkiller" heisst und von Regisseur John McNaughton inszeniert wurde? Und dies auch nur 2 Jahre vor dem grandiosen, wie grandios unterschätzten "Sein Name ist Mad Dog"? Nun, man könnte einen kleinen, wie großartigen Film erwarten, der die Körperfresser-Thematik (immerhin heisst der Streifen ja im Original "The Borrower") auf eine originelle, wie spannende Art und Weise interpretiert. Nun, wer sich diese nachvollziehbaren Gedanken macht und daraufhin eine gewisse Erwartungshaltung an den Film aufbaut, wird nach Sichten dieses merkwürdigen Streifens wohl arg enttäuscht werden.

Auch der abgehärtete Genre-Freund wird nicht warm mit diesem Werk. Um als Scif Fi-Reißer mit Splatter-Effekten durchzugehen, sollte der Film zumindest ein gewisses Maß an Spannung aufbauen. Das tut er zu keiner Zeit. Schon die Story ist hanebüchen... Ein Außerirdischer hat irgendein außerirdisches Verbrechen begangen. Die Strafe ist schlimmer als der Tod: er muß als Mensch auf der Erde leben... Kaum gelandet, platzt dem Menschen-Alien der Kopf. Das ist mal echt dumm gelaufen. Fortan wandelt das Alien mit Austauschköpfen und immer dreckigerem Hemd umher. Dass die Logik dabei mit Füßen getreten wird, ist spätestens dann ersichtlich, wenn sich der "weiße Rumpf" einen schwarzen Kopf aussucht und von diesem Moment an die Arme eines Farbigen hat... Das ist natürlich die einfachste Art und Weise die Kosten für die Special Effects niedrig zu halten. Dazu kommt noch ein völlig unnötiger Nebenplot über eine Polizistin (der einzige "Star" des Filmes: Rae Dawn Chong), die einen üblen Mörder und Vergewaltiger jagt, fängt und wieder entkommen lässt. Dazwischen bekommt der wechselbehauptete Alien noch lustige Kommentare "von oben"...

Was da zusammengemischt wurde, geht auf keine Kuhhaut und hinterlässt die Frage: wie konnte der gleiche Regisseur nur 2 Jahre später Darsteller wie Robert De Niro und Bill Murray gewinnen? Das wird wohl ein ewiges Rätsel bleiben, denn in diesem Streifen kann keiner der Darsteller auch nur ansatzweise überzeugen. Auch Rae Dawn Chong merkt man eine gewisse Lustlosigkeit aufgrund des hanebüchenen Scripts durchaus an. Dieses versucht zwar auch immer eine gewisse Sozialkritik anzubringen (das Leben der Obdachlosen auf den Straßen wird recht ungeschönt gezeigt), doch es kann sich nicht zwischen verschiedenen Polen entscheiden: Will der Film witzig sein? Oder spannend? Oder eklig? Nichts davon macht "Alienkiller" richtig. Ach ja, für einen gepflegten Trashabend ist er auch einfach zu langweilig. Nach den ersten (immerhin) noch spaßigen Minuten verflacht der Film und zeigt die Odyssee des dreckigen und humpelnden Alienviehs durch amerikanische Schmuddelstraßen, ohne das etwas passiert.

Langweiliger Trash? Eine ganz unglückliche Kombination, insofern kann man diesen "Alienkiller" niemanden wirklich guten Gewissens empfehlen.

Fazit:

2 / 10

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