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Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück (2001)

Eine Kritik von HappyHarry mit dem Harten (Bewertung des Films: 4/10)
eingetragen am 07.01.2007, seitdem 438 Mal gelesen


Das Genre der Romantischen Komödie halte ich keineswegs für ein Frauen-Genre, unzweifelhaft sind aber einige Beiträge stark auf das feminine Publikum zugeschnitten. Solch ein Frauenfilm ist „Bridget Jones“, und obendrein bietet er als Identifikationsfigur und Hauptcharakter keine gekünstelte Schönheit sondern eine Durchschnittfrau mit einigen optischen Defiziten.

Renee Zellweger verkörpert Bridget Jones sehr adäquat und fängt ihre ungeschminkte Natürlichkeit genauso ein wie ihre liebenswerte Ungeschicklichkeit. Mit ihrer Darstellung ist schon mal die halbe Miete reingeholt und auch Hugh Grant und Colin Firth glänzen in ihren versnobten Rollen.

Größter Schwachpunkt ist die konturenlose Regie-Arbeit der Debütantin Sharon Maguire, die jegliche Handschrift vermissen lässt und in Kombination mit dem flachen Drehbuch dem Film wie anonyme Massenware wirken lässt. Nur der dezente britische Charme wird dem seelenlosen Hollywood-Einheitsbrei entgegen gesetzt und scheint großen kommerziellen Erfolg eingefahren zu haben.

Das Drehbuch basiert auf dem gleichnamigen Erfolgsroman und stammt ebenfalls von Autorin Helen Fielding. Trotzdem steht es dem Roman sehr nach und schneidet im Vergleich erbärmlich ab. Viele Ecken und Kanten wurden entfernt und die Nebencharaktere bleiben schwach gezeichnet. Die besten Szenen sind direkt der Vorlage entnommen, die Handlungsentwicklung ist aber wesentlich konventioneller ausgefallen.

Einige Längen machen sich bemerkbar, der charmante Witz und die guten Darsteller können aber über den einen oder anderen Handlungsdurchhänger hinweg trösten. Natürlich ist der Humor primär auf ein weibliches Publikum zugeschnitten, doch auch Männer können sich hier durchaus amüsieren. Letztendlich bleibt „Bridget Jones“ aber ein Frauenfilm, was sich auch in der extrem femininen Songauswahl bezüglich des Soundtracks zeigt.

Ähnlich wie „Schlaflos in Seattle“, „Pretty Woman“ oder auch „Notting Hill“ versteht sich der Film als modernes, herzerwärmendes Märchen, was im totalen Kontrast steht zum teils zynischen Witz und der Absicht mit Bridget Jones eine realistische Identifikationsfigur für die Durchschnittfrau zu bieten. Positiv fällt auf, dass Zellweger Mut zur Hässlichkeit beweist und in einigen Sequenzen wirklich unattraktiv wirkt. Immerhin nahm die gute Frau ordentlich zu für diese Rolle, welche von nun an als eine Paraderolle für die Darstellerin gilt.

Fazit: Verzichtbare, dennoch nicht vollständig misslungene Verfilmung eines witzigen Unterhaltungsromans. Für zwischendurch aber empfehlenswert, Freunde romantischer Comedy dürften den Film sowieso längst kennen.

05 / 10


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