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Hellraiser IV - Bloodline (1996)
Eine Kritik von deadlyfriend eingetragen am 26.08.2011, seitdem 118 Mal gelesen
Der vierte Teil der Hellraiser Reihe war eine einzige Katastrophe. Allerdings nur das, was das Studio damit angerichtet hat. Der Film an sich ist nämlich wesentlich besser als sein Ruf. Aber der Reihe nach.
Regisseur Kevin Yagher musste auf Anweisung der Studiobosse seinen Film ständig kürzen und umschneiden. Irgendwas hat ihnen nicht gefallen. Was kann man allerdings nicht sagen, da man dieses Material bis heute nie zu Gesicht bekam. Yagher hatte wohl nach Hörensagen einen 110 minütigen, epischen Film bewerkstelligt, der den Abschluß der Saga bilden sollte. Da von seinem Werk allerdings durch die Kürzungen immer weniger übrig blieb, ließ er seinen Namen aus den Credits streichen. Deshalb steht als Director auch der berühmt berüchtigte Alan Smithee im Vorspann. Nie gehört? Hinter dem Namen befindet sich auch keine reale Person, er wird nämlich immer dann verwendet, wenn niemand seinen Namen unter einem Film sehen möchte. Meistens ist dann nämlich eine Menge schief gegangen, sodaß man diesen "Regisseur" auf dem Cover eher als Warnung verstehen sollte.
Von diesen 110 Minuten blieb dann auch nicht mal mehr die Hälfte übrig, weshalb man Joe Chapelle engagierte um die Weltraumsequenzen zu drehen. Damit kam man dann immerhin auf etwas über 75 Minuten Film.
Ich hätte wirklich gerne Mal den kompletten Film so gesehen, wie Yagher ihn erschaffen hat. Das was nämlich noch übrig ist, läßt eine Menge Gutes vermuten.
Die drei bisherigen Filme werden zwar fast komplett ausgeblendet, aber dafür bekommt man einiges über die Geschichte des Würfels zu sehen. Wie er im 18. Jahrhundert erbaut wurde und wie er zu seinem Wirken kam. Das ist alles sehr schön gefilmt und die Kulissen sind absolut sehenswert. Hieraus soll es angeblich noch eine Menge mehr an Material geben.
Zwischenzeitlich gleiten wir in der Geschichte des Würfels ins Jahr 1996, was ebenfalls über tolle Settings verfügt. Besonders das Hochhaus, das komplett im Würfeldesign entworfen wurde, hatte es mir angetan. Wie auch die Raumstation im 22.ten Jahrhundert, die ebenfalls im Look der tödlichen Puzzlebox kreiert wurde.
Wie man aber jetzt schon merken wird ist das für die kurze Spieldauer ziemlich viel Inhalt. Da die Erhabenheit wieder nach vorne gerichtet wurde und dafür die Slasheroptik aus Teil 3 rausfiel, fehlte einfach die Zeit für die Entwicklung der Figuren. Besonders der Höllenfürstin (Valentina Vargas) hätte ich noch mehr Screentime gewünscht.
Trotz diesem Gestückel auf drei Zeitebenen, gefällt mir der Film irgendwie. Vieles wirkt zwar unfertig, aber dennoch sind die Szenen sehr schön fotografiert. Der dämliche Humor aus dem dritten Teil ist völlig verschwunden, aber dafür ist die seriöse Überlegenheit von Pinhead wieder wunderbar. Was hätte daraus für ein Film werden können?
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