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Königreich der Himmel (2005)
Eine Kritik von Dr Slag PhD eingetragen am 25.09.2005, seitdem 344 Mal gelesen
Zu den entspannten Murmeleien von Sensational ging's nach der Schnitzelalm bergab mit uns, und dann gleich der nächste Knüller: KINGDOM OF HEAVEN läuft in der OV am Bahnhof! Ehrlich, der Film war richtig gut. Er hat mir beim Anschauen schon irgendwie ganz gut gefallen, aber bei längerer Überlegung wird er immer besser. Beim Ansehen ist man natürlich visuell erstmal völlig überwältigt, alles ist groß, größer, episch, erstaunlich und fantastisch inszeniert. Die Musik läßt das Orchester ganz groß auffahren, oft genug gesellen sich Chöre dazu, und hin und wieder wird das Pathos doch ziemlich dick. Macht aber diesmal gar nichts: Im Gegensatz zu GLADIATOR geht's diesmal um etwas. Und nachdem sich die opulenten Eindrücke gesetzt haben, fügen sich die einzelnen Momente nach und nach zu einem starken Gesamtbild zusammen, und man merkt, daß es eigentlich gar nicht so um die Kreuzzüge geht, sondern um den sinnlosen Kampf um eine Stadt, die keinem gehört, und um menschlichen Machtwahn. Stark in Erinnerung geblieben ist die Einstellung, in der in der Vogelperspektive die beiden aufeinanderprallenden Armeen gezeigt werden, und nachdem im Zeitraffer der Tag und der Kampf verstreichen, bleiben in der beinahe statischen Einstellung nurmehr Staub, Waffen und Leichen liegen - die Zeit überdauert alle menschlichen Anstrengungen, und letzten Endes ist es egal, wer gewinnt und wer verliert. Roger Ebert berichtet ja, wie sich sowohl christliche als auch muslimische Fundamentalisten über den Film aufregen, und kommentiert klug: "When you've made both sides angry, you may have done something right."
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