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Königreich der Himmel (2005)

Eine Kritik von Cinegate (Bewertung des Films: 4/10)
eingetragen am 30.11.2005, seitdem 528 Mal gelesen


Wieder so ein Film, der aus mangelnden Alternativen seinen Weg in meinen DVD-Player gefunden hat ...dabei hat sich das miese Cover auch noch alle Mühe gegeben mich abzuwimmeln.
Naja. Ridleys Epos um den Schmied Balian, der in Jerusalem nach der Vergebung seiner Sünden sucht, tritt dort in die Fussstapfen seines Vaters und dient unter Königs Baldwin IV als Verfechter des Friedens zwischen Christen und Moslems...und wir hätten es nicht mit einem Ridley Scott-Film zu tun, wenn es am Ende nicht doch noch eine zünftige Schlacht dabei rausspringt...
Nun ist Scott für seine launigen Filme hinreichend bekannt. Nach dem vibrierenden Action-Thriller "Black Hawk Down", dem belanglosen "Tricks" und dem schwerfälligen "Hannibal" zieht es den Engländer wieder in die Geschichte. Doch sein Erfolg "Gladiator" liegt lange zurück und der Originalitäts-Bonus ist nach Konfektionsware wie "King Arthur", "Troja" und "Alexander" dahin.
Entsprechend übersättigt quält man sich also wieder durch gestelzte Dialoge, überbordernde Ausstattungen und der sattsam bekannten Story vom über sich hinauswachsenden Nobody. Gepflegte Langeweile also, die Scott optisch nicht so spannend verpackt wie ein Oliver Stone oder Peter Jackson. Sicher - die Bilder sind hübsch mit dem ganzen üblichen Pusteblumen- bzw. Schneeflocken-Gedöns, wehenden Bannern und sowas, aber irgendwie scheint da seit "Gladiator" nicht viel passiert zu sein. Erst in der finalen Schlacht wird die Bildsprache vitaler und findet die nötige Kraft, um dem Kampf eine angemessene Dramatik zu verleihen.
Trotzdem will kein Funke überspringen, was - für mich - zu großen Teilen an Orlando Bloom liegt, der einfach kein Charisma besitzt. Er wirkt die ganze Zeit wie ein verirrter College-Boy, der sich neben den Schwergewichten Liam Neeson, Jeremy Irons oder Ghassan Massoud (klasse!) hilflos abstrampelt. Eva Green kommt daneben ums selige Verwandteknutschen und betroffen Rumglotzen ebenfalls nicht hinaus...
Trotz allen Spektakels bleibt "Kingdom of Heaven" eher ein laues Lüftchen, das durchaus in den Details einer ausgewogenen und respektvollen Inzenierung zwischen den Religionen zu gefallen weiss, aber nicht viel bietet, was ihn von den anderen aktuellen Belagerungs-Filmen abhebt. Wer es in der Beziehung altbacken mag kann reinschauen, besser als die grottigen "King Arthur" oder "Troja" ist er allemal ...Kunststück. Mein Bedarf ist allerdings erstmal hinreichend gedeckt...


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