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Batman Begins (2005)

Eine Kritik von Adept (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 24.02.2007, seitdem 1554 Mal gelesen


Joel Schumacher hatte Ende der Neunziger das „Batman“-Franchise verdammt tief in die Sch... geritten. Mit Graus erinnert man sich an die grelle Quitschbunt-Optik, die trashigen Storys und die nervigen Akteure. Tim Burtons Vermächtnis wurde mit Füßen getreten.

Umso überraschender und erfreulicher der Weg, den Christopher Nolan mit „Batman Begins“ beschritt. Auf einem Graphic Novel von Frank Miller („Sin City“) basierend, widmet sich der Film - völlig unabhängig von den anderen Teilen und von einer relativ realistischen Seite - der Frage, wie aus Bruce Wayne Batman wurde.

So begleiten wir in Hälfte eins einen gebrochenen, von Schuldgefühlen und Rachsucht getriebenen Ex-Milliardär, der vor allem auf der Suche nach sich selbst ist. Nach jahrelangem Leben unter Kriminellen, bietet ihm der geheimnisvolle Ra’s Al Ghul die Chance, als Ninja zum Ritter der Gerechtigkeit zu werden. Diese überaus interessante Vorgeschichte wird von einigen Flachbacks ergänzt, die Bruce als Kind und den Tod seiner Eltern zeigen.

Allzu viel sei hier nicht verraten, aber die Vorfreude auf den ersten „Einsatz“ wächst von Minute zu Minute. Szenen wie die Entdeckung der Bat-Cave und das Zusammenbasteln der Ausrüstung schrauben die Erwartungen an diesen überaus sympathischen Rächer in ungeahnte Höhen. Gott sei Dank fällt der erste Auftritt dann auch zufriedenstellend aus, obwohl von hier an der Realismus zugunsten spektakulärer Flugmanöver eingeschränkt wird.

Die zweite Hälfte widmet sich dann intensiver den Machenschaften der Hauptbösewichte, die mittels eines Halluzinogens die gesamte Stadt in Panik versetzten und sich selbst vernichten lassen wollen. Dies gilt es zu verhindern, dementsprechend fallen die Actionszenen teils überdimensional aus.
Es gibt reichlich (zu schnell geschnittene) Nahkampffights, eine spektakuläre Verfolgungsjagd mit dem Bat-Mobil („It’s a black...tank!“) und eine finale Zugfahrt, die es ordentlich krachen lässt. Allerdings wäre am Ende - angesichts der sorgfältig erzählten Vorgeschichte - etwas weniger Action-Bombast mehr gewesen.
Nicht ganz einleuchtend ist auch die Tatsache, dass mittels eines Mikrowellen-Emitters zwar Wasser verdampft werden kann, den umherstehenden Menschen allerdings nichts passiert (und wir bestehen ja zum Großteil aus Wasser).

Aber hey, wir sind hier immer noch in einer Comicverfilmung, und diese ist um Längen realistischer als viele ihrer Kollegen. Vielleicht wäre hier und da noch etwas mehr Härte gefällig gewesen und Katie Holmes sehe ich auch nicht allzu gerne, aber im Großen und Ganzen ist „Batman Begins“ neben „X-Men 2“ und „Sin City“ eine der besten Comic-Adaptionen überhaupt. Die Spezialeffekte sind einwandfrei, die Bilder schön düster, der Score sehr gelungen und die Besetzung mit Christian Bale, Liam Neeson, Michael Caine, Rutger Hauer, Gary Oldman und Morgan Freeman einfach herrlich. Man darf auf „The Dark Knight“ gespannt sein...


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