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Dellamorte Dellamore (1994)

Eine Kritik von John Williams (Bewertung des Films: 9/10)
eingetragen am 24.07.2005, seitdem 293 Mal gelesen


Also was diesen Film etwas anders macht, als sonstige Zombiefilme, ist dass er sehr anspruchsvoll ist (für einen Zombiefilm versteht sich). Es geht um einen Friedhofswärter, der seit geraumer Zeit jeden Toten auf seinem Friedhof zweimal beerdigen muss. Denn nach 7 Tagen kommen die Toten aus ihren Gräbern zurück und Francesco Dellamorte (die Hauptperson hier) und sein Gehilfe Gnagi die Toten da hinschicken, wo sie hingehören. Diesen Job macht er inzwischen reibungslos und kommt auch sehr gut klar damit. Bis eines Tages eine junge hübsche Frau (Das optische Highlight des Films) ihren Mann beerdigt. Francesco und sie werden kurzer Hand ein Liebespaar, aber ihr Ehemann lässt das nicht auf sich sitzen und tötet sie kurzerhand. Nachdem sie als Zombie wiedergekehrt ist, beißt sie ihn bevor sie getötet wird. Francesco mutiert zwar nicht zum Zombie, aber er fängt an mit dem Tod höchst persönlich zu reden und beginnt damit, fremde Menschen einfach so zu erschießen. Was auch noch hinzu kommt, ist dass seine totgeglaubte Freundin ihm mit anderen Persönlichkeiten im realen Leben erscheint.
Dellamorte Dellamore ist ein Zombiestreifen, der etwas anderen Art, als man es gewohnt ist. Der Film lässt sich sehr gut in zwei Hälften aufteilen. Die erste Hälfte ist ein Slapstick- Zombiestreifen mit einer äußerst erotischen Lovestory. Die zweite Hälfte ist eine Art Alptraumfilm. Francesco wird immer wieder mit seiner Freundin konfrontiert und verfällt immer mehr seinem Wahnsinn. Irgendwann kann er nicht mehr zwischen Traum und Realität unterscheiden und beginnt damit, reihenweise Leute umzubringen. Das Ende des Films ist eine Art Rätsel (aber noch lange nicht so eine Art Rätsel wie man es von David Lynch gewohnt ist), aus dem man erst schlau wird, wenn man bereit ist drüber nachzugrübeln.
Die Schauspieler aggieren in ihren Rollen sehr gut und überzeugen allesamt. Die Musik ist zwar nicht der Rede wert, unterhält aber ab und zu. Die Splattereinlagen in der ersten Hälfte sind noch lange nicht so hart, wie in Dawn of the Dead, können sich aber neben Braindead einreihen (wenn man eine Skala als Beispiel nehmen würde). Witzig ist der Film auch nur in der ersten Hälfte, wo die Slapstickszenen sind. Die zweite Hälfte ist düster, ernst und fast ohne Splatter.
Im Großen und Ganzen ist Dellamorte Dellamore ein Film, der sich zwar als Zombiefilm einreihen darf, aber sich deutlich von den üblichen Zombiefilmklischees abgrenzt und seinen Plot interessant und anspruchsvoll erzählt.


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