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Dellamorte Dellamore (1994)

Eine Kritik von Filmkritik (Bewertung des Films: 3/10)
eingetragen am 08.04.2006, seitdem 380 Mal gelesen


"Dellamorte Dellamore" ist einer dieser Horror-Kultfilme, die von Genre-Fans überall gepriesen werden und dadurch weitere Fans in ihr Unglück stürzen...(Lachen aus dem Off).

Was stellt man nämlich fest, nachdem man das Filmchen in den meisten Fällen erwerben musste, weil es in kaum einer Videothek ausgeliehen werden kann: Der angebliche philosophische oder künstlerische Tiefgang ist nichts als heiße Luft und man wird den Verdacht nicht los, dass einige Zeitgenossen nicht gemerkt haben, dass es sich einfach nur um eine lahmere Komödie handelt.
Oder was soll man davon halten, wenn der Friedhofshelfer Gnaghi den sprechenden Kopf einer weiblichen Leiche als große Liebe in seiner Bude einquartiert?
Eben, lustiger Trash!
Aber wenn Totengräber Dellamorte und Gnaghi am Schluss des Films zum "Rest der Welt" aufbrechen und die Straße, auf der sie fahren, plötzlich an einem Abgrund endet?
Dann wittern die erwähnten Zeitgenossen vielleicht den angeblichen philosophischen Tiefgang, obwohl es ziemlich an die Gags der Monty Python-Humorkiste erinnert.
Oder möchte uns Regisseur Michele Soavi etwa sagen, dass außerhalb unserer kleinen beschaulichen Welt immer der Abgrund droht?!
Aber schauen wir uns mal die kleine beschauliche Welt dieses "Horrorfilms" an:
Regisseur Michele Soavi hat sein Filmhandwerk beim "Meister der tausend Todesarten" Dario Argento gelernt und will uns, wie der vielversprechende Titel lautet, sowohl etwas "von dem Tode", als auch "von der Liebe" erzählen.
Der Protagonist Francesco Dellamorte ist Totengräber in einem italienischen Provinzort namens "Buffalore". Vielleicht auch weil er eine Ähnlichkeit mit Revolverheld "Buffalo Bill" aufweist. Die meiste Zeit des Soavi-Werkes sieht man nämlich, wie Dellamorte mit der Pistole auferstandene Tote, die einen Virus in sich tragen, auf seinem Friedhof erschießt. Nachdem er einige unglückliche Liebsaffären hinter sich gebracht hat, beginnt er auch Lebende, derer er überdrüssig ist, umzubringen. Seine stoische Gelassenheit dabei und seine bornierte Umwelt, die ihm die Morde nicht abnimmt, können auf Grund der Gleichförmigkeit des Films auch keinen makaberen Humor entfalten.
Und was kann die Liebe im Film aufbieten?
Die eingebaute Sexszene mit Dellamorte und Geliebter auf einem Grab ist ein selten verwendetes Motiv in der Kinowelt (von Jörg Buttgereits "Nekromantik" einmal abgesehen). Doch auch hier macht Soavi mit lethargischem Humor alles wieder kaputt: Erst funkeln "Irrlichter" um die Liebenden, dann unterbricht der verstorbene Ehemann der Geliebten als eifersüchtiger Zombie das Treiben .
Fazit: Für einen Horrorfilm fehlt die Ernsthaftigkeit. Für eine Horrorkomödie ist es nicht lustig genug. Wir empfehlen als Altenative die humorerprobte "Addams Family", die auch nicht so träge im Filmtempo daherkommt.


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