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Nur 48 Stunden (1982)

Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 17.02.2006, seitdem 754 Mal gelesen


Walter Hills „Nur 48 Stunden“ leistete Pionierarbeit, indem er nicht nur Eddie Murphy eine Karriere bescherte, sondern auch das moderne Buddymovie begründete.
Der gefährliche Gangster Albert Ganz (James Remar) sitzt an sich im Knast – bis ihm sein indianischer Komplize Billy Bear (Sonny Landham) zur Flucht verhilft, wobei die beiden zwei Wärter töten. Doch ohne lang zu fackeln machen sich die beide auf die Suche nach Beute aus einem früheren Coup. Das anfängliche Shoot-Out am Gefängnisbus ist zwar nicht übermäßig spektakulär, wurde aber in „Fled – Flucht nach Plan“ und „Black Cat Run“ gerne noch mal kopiert.
Die beiden werden in einem Hotel gestellt, schießen sich jedoch erneut den Weg frei und töten dabei zwei Polizisten. Der dritte anwesende Cop, Jack Cates (Nick Nolte) verliert seine Waffe dabei an Ganz. Jack ist der Prototyp des harten Filmcops: Laut polternd, versoffen und ständig im Clinch mit der Freundin – ein legitimer Nachfolger von „Dirty Harry“ und Co. Die Idee von „Nur 48 Stunden“ (und allen folgenden Buddymovies) war es nun dem Protagonisten einen möglichst konträren Partner zur Seite zu stellen.

Dieser Partner ist der Kleinganove Reggie Hammond (Eddie Murphy), ein Ex-Komplize Ganz'. Jack erfährt dies und holt Reggie aus dem Knast, damit der ihm hilft – allerdings nur 48 Stunden, danach muss Reggie wieder in den Bau…
„Nur 48 Stunden“ mag das Buddygenre dann ja erst so richtig ins Rollen gebracht haben, doch eine Sonderstellung wie „Lethal Weapon“ nimmt er aber nicht ein. Dies dürfte dann vor allem an der Tatsache liegen, dass „Nur 48 Stunden“ keine so herausragende Action wie dieser bietet. Eine kurze Verfolgungsjagd Bus vs. Auto ist schon das Spektakulärste, ansonsten bietet der Film noch ein paar kurze, aber gut inszenierte Schießereien zu Beginn und Ende des Films. Qualitativ kann man an der gewohnt guten Arbeit Walter Hills nichts bemängeln, doch quantitativ wäre mehr drin gewesen. Die FSK 18 Freigabe ist aus heutiger Sicht aber maßlos übertrieben.
Auch der Plot ist nur mäßig raffiniert, da er nur wenige Twists bietet. Dass sich die beiden Partner nach anfänglichen Reibereien verstehen ist Ehrensache und dass Reggie weiß, wo die Beute steckt, erfährt der Zuschauer direkt zu Beginn (im Gegensatz zu Jack). Doch immerhin legt Walter Hill bei der Inszenierung mal wieder eine schicke Geradlinigkeit an den Tag, sodass man sich bei „Nur 48 Stunden“ nicht zu langweilen braucht und die Gangsterhatz trotz weniger Überraschungen ein solides Maß an Spannung erreicht.

Recht gelungen ist hingegen die Comedy in „Nur 48 Stunden“, die zum Großteil aus Wortgefechten zwischen den ungleichen Buddys besteht. Eddie Murphy geht noch gebremster als in späteren Filmen ans Werk, doch die Dialoge sind wirklich amüsant (ein herrlicher Brüller ist die Szene, in der Jack über Reggies Auto herzieht und der mit einer noch schlagfertigeren Bemerkung antwortet). Es wird viel geflucht, die Oneliner fliegen und eine herrliche Slapstickszene bietet „Nur 48 Stunden“ auch: Reggie gibt sich als Cop aus und mischt eine rassistische Redneckbar auf.
Oscarreif mögen die Darsteller zwar nicht sein, aber zumindest das Protagonistenduo geht in seinen Paraderollen auf: Nick Nolte mimt mal wieder den bärbeißigen, knallharten Bullen, der lieber schießt als redet, und Eddie Murphy gibt das Großmaul, das sich aus fast jeder Lage herauswinden kann. James Remar gibt einen herrlich fiesen Oberschurken ab, Sonny Landham als seine rechte Hand ist OK und auch der Rest der Truppe leistet solide Arbeit.

Somit ist „Nur 48 Stunden“ ein unterhaltsames Buddymovie, das aber spektakulärer und storytechnisch etwas ausgefeilter sein könnte. Doch dank der zündenden Dialoge und der nicht zu verleugnenden Pionierleistungen im Actiongenre eine unterhaltsame Angelegenheit.


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