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Big Heat (1988)
Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 6/10) eingetragen am 13.06.2004, seitdem 998 Mal gelesen
„Big Heat“ liefert solide Genreunterhaltung ab, aber zu einem wirklich herausragenden Werk fehlt das gewisse Etwas.
Wai Pong ’John’ Wong (Waise Lee) ist Polizist in Hongkong, hat aber aufgrund einer Nervenstörung in der rechten Hand Schwierigkeiten bei der Ausübung seines Dienstes. Doch wenn es darum geht zusammen mit seinem Partner Ah Kam (Philip Kwok) einen Geiselnehmer wegzuputzen, dann kommt der Instinkt durch. Bei der Charakterisierung dieser Polizisten würde selbst Dirty Harry blass werden, denn hier gilt klar die Devise: Nur ein toter Verbrecher ist ein guter Verbrecher.
Eigentlich will John wegen seiner Krankheit den Dienst quittieren, doch dann erfährt er, dass sein Freund und Mitpolizist Skinny Tse in Malaysia von einem Gangsterboss ermordet wurde. Da er Skinny sein Leben verdankt, landet das Gesuch im Mülleimer und John geht weiterhin auf Verbrecherjagd. Waise Lee gibt den bis zum Erbrechen harten Cop, dessen Job immer an erster Stelle steht, weshalb man die Ideologie des Films besser nicht hinterfragen sollte.
Lediglich ein paar gefundene Photos geben den Beamten Anhaltspunkte auf eine Erpressung, deren Zeuge Skinny Tse anscheinend war. Zusammen mit dem malaysischen Cop Ong Chat Fu (Lo King Wah) und dem Neuling Kwog-Keung Lun (Matthew Wong) ermitteln John und Kam gegen ein mächtiges Syndikat...
„Big Heat“ kann am ehesten als Actionkrimi eingestuft werden, denn im Gegensatz zu vielen anderen HK-Werken ist hier die Action etwas weniger und die Story dafür stärker betont. Doch in keinem Bereich kann der Film sich als absolutes Highlight auszeichnen. Die Krimigeschichte ist solide spannend und hat einiges an Tempo, aber die Wendungen können nicht so sehr überraschen. Dies liegt zum großen Teil daran, dass der Film sehr früh die Fronten klär wer gut und wer böse ist und auch die Identität von Verrätern schnell abklärt. Doch immerhin besitzt der Plot keine Längen, so dass der Mangel an Innovationen nicht so sehr auffällt.
Die Ideologie der Cops hinterfragt man besser nicht, denn hier wird ruppig wie in Dirty Harry und Co. vorgegangen. Alles was fieslig daherkommt, wird recht schnell über den Haufen geballert und Beinschüsse werden erst gar nicht versucht. Das führt dann auch schon mal fälschlicherweise zu Schießereien mit Kollegen, aber das merkt man erst hinterher. Außerdem steht für die Filmbullen hier die Pflichterfüllung mal wieder vor allem anderen.
Die Actionszenen sind zwar nicht so zahlreich wie in anderen HK-Actionern, aber dafür auf recht gutem Niveau. Es wird zwar ein wenig geprügelt und verfolgt, aber das Hauptaugenmerk liegt auf den Shoot-Outs. Die Actionszenen sind halbwegs spektakulär und gut inszeniert, wobei der Showdown sowie die Szene im Krankenhaus sicherlich die Highlights markieren. Der Härtegrad ist recht hoch, vor allem in der ungekürzten Fassung: Derbe Einschüsse en masse und fast schon übertriebene Verletzungen wie zerschossene Hände usw.
Die Darsteller sind allesamt auf recht gutem HK-Niveau und vermeiden das klamaukige oder übertriebene Grimassieren ähnlicher Filme, auch wenn die meisten von ihnen einem trainierten Westdarsteller nicht ganz das Wasser reichen können. Lediglich Waise Lee agiert ziemlich bemerkenswert, aber für HK-Verhältnisse ist „Big Heat“ wirklich auf hohem Niveau.
So bleibt ein klar über dem Durchschnitt liegender Actionkrimi, denn sich Genrefans gut ansehen können, auch wenn die Action zahlreicher sein könnte und die Story nicht allzu innovativ ist.
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