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Hongkong Connection - On the Run (1988)
Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 5/10) eingetragen am 13.09.2004, seitdem 564 Mal gelesen
„Hongkong Connection – On the Run“ stellt eine eigenwillige, aber nicht unbedingt zündende Mixtur aus verschiedenen Genres dar.
Hsiang Ming (Biao Yuen) ist Polizist in Hongkong, welches 1997 kurz vor der Rückgabe an China steht. Sein Gehalt ist niedrig und er möchte am liebsten auswandern – so wie seine Ex-Frau, eine Drogenfahnderin, es vorhat. Doch kurz nach diesem Gespräch ermordet eine Profikillerin die Ex-Gattin kaltblütig. Das Flair von Hongkong kurz vor der Zeit der Rückgabe wird an sich gar nicht mal schlecht rübergebracht, aber für den westlichen Zuschauer ist es schwer, die Ängste der dortigen Einwohner vor der Wende nachzuvollziehen.
Hsiang Ming ist vollkommen fassungslos, denn für ihn bricht trotz der Tatsache, dass sie eigentlich geschieden sind, eine Welt zusammen. Was er jedoch nicht weiß: Die Hintermänner des Attentats sind in Wirklichkeit korrupte Polizisten, die eine Aufdeckung ihrer kriminellen Aktivitäten befürchteten. Einer von ihnen ist sogar der jetzige Lebenspartner der Ermordeten. Damit gibt der Film die Identität seiner Fieslinge ziemlich früh preis, was die Chance auf einige Überraschungen dann zumindest teilweise versaut.
Doch auch Pai (Pat Ha), die Killerin, und ihr Onkel, der den Job vermittelt hat, sind für die Hintermänner unliebsame Mitwisser. Den Onkel können sie ausschalten, doch Pai kann ihnen entkommen. Auf ihrer Flucht kreuzen sich die Wege von ihr und Hsiang Ming, die beide auf der Abschussliste stehen…
Irgendwie will „Hongkong Connection“ fast alles auf einmal sein, doch leider wird kaum ein Genre ausreichend bedient. Der Actionanteil ist trotz der geringen Laufzeit recht niedrig und die Schießereien sind auch bei weitem nicht so spektakulär wie bei Woo und Co., auch wenn ein paar Einschüsse doch an den Meister erinnern. Ein paar kurze Kloppereien zwischendurch gibt es auch noch, aber diese sind kaum der Rede wert. Der Showdown ist zwar nicht allzu actionreich, bietet aber eine hartes Prügelduell sowie einige Dramatik, welche das Potential des Films spüren lassen, auch wenn es in weiten Teilen des Streifens nicht genutzt wird.
Da man die Fiesling bereits recht früh kennt und der Film ihnen immer weiter folgt, kann die Handlung auch kaum Überraschungen bieten. Meist geht es nur darum, wie die Helden den Fallen ihrer Häscher entkommen (und das leider meist wenig aufregend) oder wie sie Informationen sammeln, die ihnen beim Festnageln der Täter helfen können. Dabei bleiben auch einige Nebencharaktere auf der Strecke, weil das halt so sein muss. Von daher ist die Spannung auch nicht so hoch, aber immerhin wird der Film flott erzählt und besitzt an sich keine Längen (auch wenn das Geschehen einen nie wirklich vom Hocker reißt).
So kann „Hongkong Connection“ dann eher in den ruhigen Szenen punkten, die weniger mit dem Thrillerplot zu tun haben. Die Schicksalsschläge, die vor allem Hsiang Ming im Lauf der Handlung ereilen, sind teilweise wirklich tragisch und bewegend dargestellt, das Anbahnen von Gefühlen zwischen Polizist und Killerin wird behutsam zum Ausdruck gebracht und auch eine gewisse Art der Sehnsucht nach einem sorgenfreien Leben wird spürbar. Aus diesem Plot hätte jemand vom Kaliber eines John Woo sicherlich deutlich mehr stricken können, denn derbe Action mit Gefühl ist ja eine der Stärken des Hongkongkinos.
Die Darsteller sind für einen asiatischen Film recht gut und können auch die leisen Töne recht gut rüberbringen, was bei einem Werk aus Hongkong ja nicht immer der Fall ist. Hier wird ja oft übertrieben chargiert, was bei „Hongkong Connection“ aber wie gesagt nicht der Fall ist.
Unterm Strich ist „Hongkong Connection“ zwar gescheitert, aber nicht vollkommen misslungen: Oft merkt man dem Film Tiefgang wie Dramatik an, aber leider kann die Action nicht so sehr begeistern und auch der Plot könnte mitreißender sein.
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