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Ewige Gärtner, Der (2005)

Eine Kritik von filmimperator (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 14.01.2007, seitdem 422 Mal gelesen


Ein Mann gegen ein ganzes Pharmaunternehmen. Was sich hier anhört, wie die mäßig einfallsreiche Idee zu einer „Stirb langsam"-Fortsetzung wurde von „City of God"-Regisseur Fernando Meirelles mit „Der ewige Gärtner" zu einem brisanten Politthriller verarbeitet, der schonungslos den Klassenunterschied zwischen den Menschenleben von Schwarz und Weiß vor Augen führt.

Die Story: Diplomat Justin Quayle (Ralph Fiennes) und seine Frau Tess (Nebenrollen-Oscar für Rachel Weisz), eine äußerst engagierte Mitarbeiterin einer Hilfsorganisation, leben und arbeiten in Kenia. Als Tess eines Tages unverhofft ermordet aufgefunden wird, hat Justin Zweifel an dem vermeintlichen Verbrechen von Banditen und kommt einer brisanten Verschwörung eines Pharmaunternehmens auf die Spur. Tess hatte zu tief gebohrt und zunehmend gerät auch Justin in die Schusslinie der überdimensionalen Industrie...

Was uns der brasilianische Regisseur Fernando Meirelles hier präsentiert, ist wahrlich ein brisantes Thema. Der Politthriller nach einer Romanvorlage von John Le Carré besticht dabei durch seinen Realismus und seine Plausibilität. Eine scheinbar nie stillstehende Handkamera, intensive Farben, welche den Kontrast zwischen der Schönheit der Natur und dem Elend der afrikanischen, von HIV gezeichneten Bevölkerung illustrieren, tragen dazu bei, dass „Der ewige Gärtner" nie zu einer hollywoodesken Anbiederung verkommt, sondern sein unbequemes Thema um Korruption und die Vernachlässigung ethischer Fragen in einem Pharmaunternehmen bei dem Test eines neuen Medikaments äußerst spannend und fesselnd wenn auch etwas zu verschachtelt und konstruiert zu Ende führt. Ralph Fiennes darf in seiner Rolle um die Wandlung eines vorsichtigen und passiven Familienmenschen und Hobbygärtners zu einem sich selbst aufopfernden Aktivisten für Menschlichkeit und Gerechtigkeit nach „Der englische Patient" einmal wieder ernsthaft schauspielern und der Film ist mit Rachel Weisz („Die Mumie"), Pete Postlethwaite („Schiffsmeldungen") und Bill Nighy („Tatsächlich... Liebe") bis in die Nebenrollen hochkarätig besetzt.

Fazit: Ein Film der aufrüttelt, mitreißt und durch Intelligenz brilliert. „Der ewige Gärtner" ist großes Kino mit einem Plot, der zwar streckenweise durch seine hohe Komplexität der Involviertheit zahlreicher Personen etwas verwirrt und anstrengt, aber nie an Tempo einbüßt. Ein Politthriller um skrupellose Machenschaften, so wie er - weitestgehend - sein soll.


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