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Running Scared (2006)

Eine Kritik von runker (Bewertung des Films: 4/10)
eingetragen am 30.11.2009, seitdem 284 Mal gelesen


Dieser Film geht infach irgendwann nur noch auf den Sack und ich bin froh, dass er jetzt (nach 2 verschwendeten Stunden) endlich vorbei ist!

SPOILER INBEGRIFFEN

Doch der Reihe nach. Mafiosi wickeln einen Deal mit Jamaikanern ab (wo gibt's denn so was??), maskierte Typen stören die Szene und es entwickelt sich eine nette Schießerei, die gut auf den Film einstimmt (denkt man). Am Ende ist klar, die Überlebenden (die drei Mafiosi) haben Drogencops erledigt und natürlich muss die Tatwaffe verschwinden. Der Protagonist bekommt selbige, um sie so schnell wie möglich verschwinden zu lassen. Dumm nur, dass er dabei zuhause von seinem Sohn und dessen russischen Freund und Nachbarn beobachtet wird und im Anschluss der Russenjunge die Knarre an sich nimmt, um seinen asozialen Stiefvater zu killen. Das misslingt, Protagonist Joey checkt, was Sache ist und handelt schnell.

Bis hier her ist es keine überragende, aber auf jeden Fall eine innovative und interessante Story. Doch was folgt, gleicht immer mehr einer Farce und gipfelt zum Ende hin in ein verwirrtes "what the fuck?"

Angefangen bei den Akteuren, die Kinder sind nervig, die sogenannten Mafiosi unprofessionell und lächerlich, die Russen klischeebeladen, die Ehefrau von Joey psychisch gestört und die mühsam eingeschobenen Nebencharaktere beschissen verkörpert sowie völlig fehl am Platz. So fragt man sich beispielsweise "wie passt das Pädophilenpaar ins Bild? welchen Auftrag hat der debile Zuhälter? wie dumm sind und verhalten sich die Cops im Film? was soll der völlig demontierende Twist am Schluss? und warum wird den Kinder, die sich gefühlte 1000x 'nicht von der Stelle rühren und im Wagen bleiben sollen' eine erhebliche Spielzeit zuteil?"

Weiter geht's mit der Handlung an sich, die wie gesagt gut begann, sich jedoch immer mehr durch ihre sinnlosen Nebenstory-Einschübe und v.a. durch unzählige Fehler und Ungereimtheiten selbst zerstört und ad absurdum führt. Wie kam Joey's Weib auf einmal darauf, wo sie nach dem Jungen suchen sollte und vor allem, wie kam sie wie aus dem Nichts auf die Hinweise für pädophile Machenschaften des Paars? Wie passt der Spitzel-Gangster ins Bild, den Tommy auf dem Schrottplatz abknallt? Und warum hat Joey's Vater, der von ihm unerklärlicherweise verspottet wird, nicht am Ende in einem Elektrorollstuhl das Hockeystadion gestürmt und alle nieder gemetzelt?

Was bleibt, ist ein immer mehr ins Lächerliche abdriftender 08/15-Actionfilm, der gerne etwas Besonderes wäre, eine gute Story versaut, wie Tarantino wirken möchte (die Charaktere sind schlecht, die Flucherei total uncool - setzen, 6, Mr Kramer) und dessen Gehalt an verlogener, schmalziger Hollywood-Gefühlsscheiße irgendwann unerträglich wird.

Die 4 Punkte gibt's nur wegen der teilweise netten Gewaltszenen und eines guten Storyansatzes


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