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Ghettogangz - Die Hölle vor Paris (2004)

Eine Kritik von Preacher666 (Bewertung des Films: 6/10)
eingetragen am 04.06.2006, seitdem 298 Mal gelesen


Ein Film wie ein Pepsi ohne Eis.
Verdammt gut, aber irgendwie wird man das Gefühl nicht los, dass etwas fehlt.

Das Erstlingswerk von Pierre Morel hat alles was das Actionherz begehrt
• einen bösen Schurken mit einer Atomwaffe
• ein ungleiches (und doch gleiches) Heldengespann
• eine Schönheit in Not
• genug Gegner zum Verkloppen
• und einen Plottwist (wenn man sich die Kehrtwende so nennen traut) am Ende.

Da fragt man sich natürlich: Was will man mehr?

1) Eine (nur ein bisschen) innovativere Story. Ich verlange kein Oscarverdächtiges Drehbuch, aber etwas Abwechslung und Spannung kann ja wohl nicht zuviel verlangt sein.
2) Eine bessere musikalische Untermalung. Zugegeben, einige Sequenzen waren wie geschaffen für die im Film dauerbeschallende Technomusik, aber bei viele Szenen war die Musik so unpassend wie "Like a Virgin" in einem Bordell.
3) Eine etwas unhektischere Kameraführung und zwei drei Schnitte weniger pro Minute.
4) Und "Last but not least" eine Reduzierzng der in rauen Mengen vorhandenen Klischees.

Vielmehr gibt es aber nicht zu bemängeln. Der Rest des Streifens ist wirklich unterhaltsam.

David Belle zeigt, dass er nicht umsonst weltweit als Begründer der Extremsportart Parkour bekannt ist und hat einige denkwürdige (Action)auftritte, die über den gesamten Film verteilt wurden.
Cyril Raffaelli (Kiss of the Dragon), als knallharter Oberbulle steht ihm in nichts nach.
Gemeinsam versuchen die Beiden wacker gegen das maue Drehbuch anzukämpfen.

Apropos Drehbuch. Dafür zeichnet sich wieder einmal unser aller Liebling Luc Besson verantwortlich.
Schon beim Lesen des Klappentextes musste ich an den wohl bekanntesten Regisseur („Leon der Profi“), Drehbuchschreiber ("Nikita") und Produzenten („Transporter The Mission“) Frankreichs denken.
Dieser bietet eine Story wie sie schon seit Clint Eastwoods Jugendjahren (und wahrscheinlich schon länger) im Handbuch für Actionfilme niedergeschrieben ist.

Eine (saubere) Atomwaffe fällt einem skrupellosen Gangster in die Hände und die Regierung entsendet ihren Topagenten (Cyril Raffaelli) sie wieder zu beschaffen und zu entschärfen. Wie es der Zufall so will benötigt dieser einen Partner und findet ihn im (ehrlichen) Gangster Leito (David Belle), der so ganz nebenbei auch noch seine Schwester aus den Fängen des zuvor genannten Bösewichts befreien muss.
Gesagt getan. Der Rest ist Actiongeschichte.
Eine Schlägerei und eine Flucht folgen auf die Nächste bis alles in einem vorhersehbaren Happy End endet.
Ende der Geschichte.

Nach dem sensationellen Anfang geht dem Film leider zeitweise die Puste aus, denn nach einiger Zeit wirken die Kampfszenen etwas ermüdend (Ich hätte mir noch mehr Strassenfluchtszenen von Leito gewünscht)

Mal eben noch schnell die Plus und Minuspunkte vergleichen:

Plus:
David Belle
Die sauberen, handgemachten Stunts
Der Anfang (eine Sequenz, die man nicht besser hätte machen können.)
Die Actionszenen
Die Actionszenen
Die Actionszenen

Minus:
Die Story
Das Mädchen (einfach überflüssig)
Die Klischees (obwohl mich solche normalerweise nicht stören)

Fazit:
Alles in allem ein Actionknaller mit extrem vorhersehbarer Story, vielen, vielen Klischees und wenig Spannung.
Und trotzdem 6 von 10, für Leito und seinen Partner


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