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Ghettogangz - Die Hölle vor Paris (2004)

Eine Kritik von T1ER (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 31.08.2011, seitdem 146 Mal gelesen


Ghettogangz – Die Hölle vor Paris
Nachdem ich vor ein paar Tagen über Mo Alis „Shank“ gestolpert bin, erinnerte ich mich daran, dass man sich in Frankreich unter Luc Besson auch schon einmal dem dystopischen Thema der Ghettoisierung in Großstädten zugewandt hat (Natürlich gab es schon in den 80ern vergleichbare Filme wie „Escape from New York“ von John Carpenter und dann in den 90ern „Escape from LA“). Auch in Bessons „Ghettogangz“ wird in die Zukunft des Jahre 2010 geblickt, ehm also in das letzte Jahr. Der Abschaum und das Gesindel – wie Nicolas Sarkozy die Leute beschimpfte, als er noch Innenminister war –, welche in den Vorstadtbezirken leben, werden durch eine große Mauer – wie in Jerusalem – von den „guten“ Bürgen getrennt und ghettoisiert. Nur Leito (David Belle) versucht noch, seinen Block sauber und drogenfrei zuhalten. Als er aber dann eine Menge Drogen klaut und vernichtet, lässt der Gangboss Taha (Bibi Naceri) seine Lakaien unter Führung von K2 (Tony D'Amario) auf ihn los. In der ersten Viertelstunde, welche sich um Leitos Flucht dreht, merkt man schnell, worauf der Fokus gelegt und nach welchen Kriterien der Protagonist ausgewählt wurde: Parcours; das aber auf einem extrem hohen Niveau. Es steht also klar der Sport im Vordergrund, weniger die Schauspielkunst.
Da Luc Besson als Produzent sehr gut weiß, dass der Zuschauer gerne sieht, wie sich ein ungleiches Paar durchkämpft, kommt noch Capt. Damien Tomaso (Cyril Raffaelli) mit ins Spiel, für den die zweite Viertelstunde vorgesehen wird. Hier kann man sich davon überzeugen, dass er etwas vom akrobatischen Austeilen versteht. Mir ist der Schauspieler vor allem bekannt aus „Kiss of the Dragon“, in dem er einen der Zwillinge spielt, und noch Dunkel aus „Taxi Taxi“ – beides Filme, die natürlich auch von Luc Besson produziert wurden. Danach versucht das ungleiche Pärchen, eine Atombombe, welche sich in Tahas Hand befindet, zu entschärfen und zurückzuholen.
Was wirklich schade ist, ist dass der Originaltitel „Banlieue 13“, also „Bezirk 13“, in den reißerischen deutschen Titel „Ghettogangz“ umbenannt wurde. Scheinbar dachte man, dass die Deutschen die Pariser Einteilung der Stadtbezirke nicht kennt und es daher nicht verstehen würde.
Fazit:
Die soziale Kritik wirkt zwar gut auf dem Papier, bekommt aber im Laufe des Filmes keine weitere Tiefe eingehaucht. Die Parcours und Kampfszenen dagegen sind sehr schön anzuschauen und auf allerhöchstem Niveau. Wer dieses im Stil von „Ong-Bak“ sucht, ist daher auf keinen Fall falsch. Man sollte nur einige Schwachstellen – vor allem am Ende – in der Story verkraften können.


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