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Brokeback Mountain (2005)

Eine Kritik von Kettcar (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 11.03.2006, seitdem 351 Mal gelesen


Der ehemalige Oscar-Favorit "Brokeback Mountain" präsentiert uns ein "Tabu-Thema" in einer wunderbaren Form. Und doch verbirgt sich dahinter nicht das Meisterwerk des letzten Jahres. Obwohl der Film viele Vorteile hat, bietet er umso mehr negative Seiten.

Wir schreibend das Jahr 1964. Die Welt ist noch verklemmt, schwule Gefühle nicht erlaubt. Ebenso bei den Cowboys. Trotzdem lernen sich die zwei Jungs Ennies und Jack bei einem Herdenjob kennen und lieben. Doch sie können damit nicht an die Öffentlichkeit - so gibt es für die beiden weit entfernten Freunde jeweils eine "Zwangsehe" mit einer Frau. Trotzdem treffen sie sich alle paar Monate zum fischen um ihre Gefühle auszuleben. Doch auch dies kann auf die Länge nicht funktionieren.

Oscar-Gewinner-Regisseur Ang Lee hat seinen Preis wirklich verdient. Schönste Landschaftsaufnahmen bringen einen immer wieder zum Staunen. Auch die Tierszenen sind sehr gekonnt in Szene gesetzt. Bildlich also eine absolute Meisterleistung. Zweiter Pluspunkt ist natürlich das, speziell in den USA, Tabu-Thema "Homosexualität". Ein grosses Kompliment für den Mut, dieses Thema so konsequent durchzusetzen. Auch die Schauspieler verdienen allesamt ein Lob, spielen sie selbst die bittersten Szenen (Frau merkt dass ihr Mann schwul ist) so bewegend, dass es einen echt mitnimmt.

Doch leider bietet der Film eine enorme Überlänge. Die Geschichte an sich ist zwar als Drama perfekt, doch spätestens nach der Hälfte des Films hat man alles gesehen. Die Gefühle im Film werden nicht tiefer entwickelt, sondern verkommen zu einer Farce aus "Tränendrück"-Szenen und teils unnötigen Passagen, welche der Geschichte nicht weiterhelfen.

Fazit: "Brokeback Mountain" ist ein bewegendes Stück Kino zum Thema "Homosexualität", welches besonders visuell heraussticht. Wenn man sich auf dieses Drama einlässt, wird man dank guter Schauspieler richtig mitgezogen. Leider leidet der Film an überflüssig langgezogenen Szenen. Noch nie verliessen in unserem Kino (in meiner Anwesenheit) acht Personen den Saal nach 90 Minuten. Vielleicht aber auch weil die Menschheit eben doch noch zu verklemmt ist. 8/10


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