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Brokeback Mountain (2005)

Eine Kritik von Dying Dragon (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 20.03.2006, seitdem 337 Mal gelesen


Welcome to Marlboro country! Endlose Prärie, ein Bächlein rauscht durch die Natur und 2 Cowboys poppen in der Nacht im Zelt. Hä? Da stimmt doch was nicht! Richtig, denn "Brokeback Mountain" ist kein Western mit harten Kerlen und dauernden Schießereien. Es ist ein Liebesdrama zwischen 2 Männern.

Die Frage lautet nun natürlich: Kann das denn gut gehen? Eine Art schwuler Western? Ja, es kann. Denn der Film umschifft geschickt alle Klischees und wartet zudem mit 2 starken Darstellern auf, die die Oscarnominierung wirklich verdient haben. Da hätten wir einmal Heath Ledger, der den stillen Ennis spielt und sich endlich von seinem Image als Draufgänger befreien kann. Daneben Jake Gyllenhaal als Jack, welcher verzweifelt versucht, Ennis dazu zu überreden, mit ihm auf eine Ranch zu ziehen. 20 Jahre soll diese tragische Liebesgeschichte dauern...

Ang Lee war nach dem Flop "Hulk" so ziemlich am Ende. Schlechte Kritiken und ein mäßiges Einspielergebnis brachen ihm fast das Genick. Das er dann so etwas Gewagtes wie "Brokeback Mountain" inszenieren würde, hätte wohl keiner von ihm gedacht, denn der Film ist weit entfernt von sinnfreiem Popcornkino. Am besten ist er von der Machart her mit "About Schmidt" und "Lost in Translation" zu vergleichen, beides ebenfalls "gemächliche" Filme.

Zugegeben, am Anfang zieht sich der Film ein bißchen, während er uns die beiden Hauptdarsteller näher bringt. Doch der Film wird im weiteren Verlauf immer stärker, und man merkt kaum, wie die Zeit vergeht. Die Liebesgeschichte der beiden ist tragisch, und man gönnt ihnen ein Happy End. Dummerweise sind beide verheiratet und haben Kinder. Apropos verheiratet: Besonders Michelle Williams als Ennis Ehefrau ist beeindruckend und hätte den Oscar als beste Nebendarstellerin redlich verdient!

Leider gibt es aber doch was auszusetzen, nämlich die plötzliche Schlusswendung. Es geht einfach viel zu schnell, als ob Ang Lee auf einmal keine Lust mehr gehabt hätte. Hier hätte man dramaturgisch noch einiges machen können, damit der Film noch tragischer rüberkommt. Die Schlussszene mit Ennis im Wohnwagen ist schließlich aber noch sehr gelungen, sie ist ähnlich (wenn auch nicht ganz so) ergreifend wie in "About Schmidt".

Hätte Mr. Lee das Ende nicht fast in den Sand gesetzt, hätte ich wohl 9 Punkte gegeben. Aber auch so reicht es zu sehr guten 8 Punkten!


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