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Es geschah am hellichten Tag (1958)

Eine Kritik von deadlyfriend (Bewertung des Films: 10/10)
eingetragen am 16.08.2009, seitdem 332 Mal gelesen


In der Nähe eines kleinen Dörchens in der Schweiz, findet der Hausierer Jacquier eine Kinderleiche. Das 8 jährige Mädchen wurde mit einem Rasiermesser umgebracht. Er meldet es der Polizei und gerät schnell selbst in den Verdacht der Täter zu sein. Nur der aus dem Dienst scheidende Kommissar Matthäi, glaubt nicht so richtig daran und beginnt eine private Jagd auf den Mörder.

Vor über 50 Jahren arbeitete Friedrich Dürrenmatt mit Kollegen an der Drehbuchvorlage zu diesem Klassiker, während er gleichzeitig an seinem Roman, mit selbigen Inhalt schrieb. Die Film und die Buchversion sind zwar relativ identisch, aber schriftlich hinterließ er ein wesentlich unfreundlicheres Ende als in der Filmversion. Beide Varianten wissen allerdings zu gefallen, wobei der Roman erst nach der Kinoauswertung erschien und den Titel "Das Versprechen" trägt.

Neben der Düsternis und Ernsthaftigkeit, mit dem der Stoff in Szene gesetzt wurde, brillieren besonders die beiden Hauptdarsteller. Heinz Rühmann ist in einer etwas ungewohnten Rolle als Kommissar zu sehen. Er interpretiert die Rolle als selbstverliebten, allwissenden Oberbullen, der aber bald an sich zu zweifeln beginnt und mit drastischen Methoden ans Werk geht. Immerhin quartiert er eine junge Frau mit Kind bei sich ein, um einen lebendigen Lockvogel im Haus zu haben, den er zu kontrollieren glaubt. Dies ist natürlich ein großer Gewissenskonflikt, besonders als er merkt das der Täter immer näher kommt und das Kind in Lebensgefahr schwebt.

Gert Fröbe spielt den Kindermörder Schrott, der von seiner Frau terrorisiert wird und psychisch ziemlich gebrochen erscheint. Was er hier abliefert ist einfach nur unglaublich. Jede Facette seines Spiels ist oberste Weltklasse und sein Gesicht als er den Köder findet, verfolgt mich seit über 30 Jahren. Ich habe den Film als Kind gesehen und hatte viele Jahre dieses Gesicht vor Augen und den gleichzeitig ausgestoßenen Schrei in den Ohren. Zumindest hat der Film bei mir eine besondere Wirkung erzielt: Ich bin niemals mit einem Fremden mitgegangen. Wenn jemand unbekanntes angehalten hatte, war Fröbe sofort präsent und ich gleichzeitig weg. Er war für mich das personifizierte Böse. Durch diese Rolle hat er wohl auch internationales Interesse geweckt, weshalb er 6 Jahre später den wohl besten Bond Gegenspieler mimte.

Regisseur Ladislao Vajda hat ein sehr ausgewogenes Erzähltempo gewählt, sodaß er immer spannend bleibt und nie in Langeweile verfällt. Die Sets sind perfekt und durch das schwarz-weiß Bild, wirkt alles noch eindringlicher als es ohnehin schon ist. Über allem schwebt natürlich die Thematik des Kindermordes, deren Bedrohung allgegenwärtig ist. Und natürlich Gert Fröbe.


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