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Match Point (2005)

Eine Kritik von omahabitch (Bewertung des Films: 10/10)
eingetragen am 01.01.2006, seitdem 727 Mal gelesen


Mit seinem neuesten Regiewerk "Match Point" zeigt Woody Allen warum er zu den begnadetsten Filmemachern des letzten Jahrhunderts gehört.

Der aus armen Verhältnissen stammende Tennislehrer Christopher Wilton lernt durch Zufall den Milliardärssohn Tom Hewett kennen und heiratetet sich über dessen Schwester in die Familie ein, was eine enorme Verbesserung seines Lebensstandarts mit sich bringt. Tatsächlich scheint Christopher das grosse Los gezogen zu haben: Sein Schwiegervater besorgt ihm einen gutbezahlten Job in einer seiner Firmen, er zieht von seiner kleinen Wohnung direkt in ein Loft in der Londoner Innenstadt. Alles wäre perfekt wenn sich Christopher nicht in Nola, Toms Verlobte verliebt hätte.

"Match Point" beginnt wie eine x-beliebige Liebeskomödie, dann entspinnt sich aber eine vielschichtige Geschichte um Liebe, Lüge, Schuld und Verantwortung. Opern spielen eine grosse Rolle in dem Film, müssen oft für Vergleiche herhalten, und tatsächlich: Die Handlung in "Match Point" ist eindeutig an die tragisch-fatalen Liebesgeschichten der Opern angelehnt. Am bemerkenswertesten ist wohl die Tatsache, dass dem Film in jeder Szene die Allen-typische Komik zugrundeliegt, ohne dass der Film lustig oder gar zum Lachen wäre. Mit jeder Minute seiner fast zweistündigen Laufzeit scheint der Film unaufhaltsam auf eine Katastrophe im Leben der Protagonisten hinzusteuern, am Ende kommt aber doch alles ganz anders und plötzlich nimmt der Film Züge eines waschechten Thrillers und einer (pech)schwarzen Komödie an.

Allen gelingt es wie in so vielen seiner Filmen, ein unglaublich präzises Bild der Filmcharaktere zu schaffen, selbst wenn diese nur kurz im Film zu sehen sind, kommen sie dem Zuschauer unglaublich vertraut vor, als würde man sie schon sein ganzes Leben lang kennen. "Match Point" ist bis auf die kleinste Nebenrolle perfekt besetzt, es ist kaum möglich, einen Darsteller hervorzuheben, da dies der Leistung der Nichtgenannten nicht gerecht werden würde.

"Match Point" ist mit Abstand Allens bester Film seiner jüngeren "Schaffensphase" und für jeden Filmliebhaber unbedingt sehenswert!


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