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Ultraviolet (2006)

Eine Kritik von filmimperator (Bewertung des Films: 3/10)
eingetragen am 27.06.2006, seitdem 302 Mal gelesen


Was Uwe Boll für Videospiel-Verfilmungen ist, scheint Kurt Wimmer mit diesem Film für Comicverfilmungen zu werden: der absolute deutsche Super-GAU auf dem Regiestuhl. Ausgestattet mit einem annehmbaren Budget von immerhin 30 Mio. $ legte Herr Wimmer nach seinem vielfach gelobten "Equilibrium" mit "Ultraviolet" den miesesten Comicflop des Jahres hin. Nicht nur, dass der Film bisher seine Produktionskosten noch nicht einmal einspielte, nein, "Ultraviolet" ist schlecht, aber richtig schlecht. "House of the Dead" in einer faschistischen Metropolis sozusagen. Und das lässt wahrlich nicht viel erwarten...

Aber nun zur - zumindest für mich - schwer nachvollziehbaren Handlung: Mit dem tödlichen HGV-Virus infiziert, wird eine Gruppe von Hämophagen (?) fortan von einem faschistischen Regime in der Zukunft unter Vizekardinal Daxus (Nick Chinlund, "Desperate Housewives") verfolgt und ausgerottet. Einzig ein kleiner Stamm von Rebellen - unter ihnen Violet (Milla Jovovich, "Resident Evil") - kann sich gegen sie behaupten. Eines Tages erfahren sie von der Existenz eines Kindes, dessen DNA ein fürchterliches Geheimnis in sich birgt...

Ähnlich wie in "Equilibrium" vermengt Regisseur und Drehbuchautor Kurt Wimmer hier wieder expressionistische Symbolik (Kreuz, Schwarz und Weiß) mit einer Allegorie auf Totalitarismus und zahlreichen Special-Effects. Das Problem dabei ist nur, dass das Ergebnis davon ein ziemlich sinnfreier und insinspirierter Haufen Schrott ist, da sich die ohnhein idiotische Handlung um Intrigen und etlichen kryptischen Wendungen zwischen Farbfiltern, maßlos überzogenen Kampf-Choreografien und einem mehr oder weniger gelungenen, lauten Special-Effects-Brimborium verliert. Violet entwickelt plötzlich aus heiterem Himmel Muttergefühle und macht die Bösen scharenweise im Sekundentakt platt; das Balg stirbt auch bei extremer Tiefkühlung nicht; die Verfolgungsjagden sind haarsträubend choreografiert bar jeglicher physikalischen Gesetzmäßigkeiten; die Hämophagen (oder so ähnlich) sind zwar irgendwie Vampire, brauchen aber nie Blut; die endlose Flucht der beiden Protagonisten führt zu nichts und verläuft im Sande; die Momente, in denen es menschelt wirken wie abgestandener Kitsch für Einfallslose. Man sieht also, dass es hier nicht nur an der Logik hapert. Das sinnfreie und totgestylte Dauer-Gedröhne mit offensichtlichen "Matrix"-Anleihen vergisst bei all dem Tempo welches es vorlegt, das Geschehene zu reflektieren und es sinnvoll in den Effekt-Bombast einzubetten. Die Charaktere bleiben durch die Bank blass wie ein Vampir im Vollmondlicht. So ist leider die Optik um zahlreiche Farbfilter (immer wieder gern genommen: hellblau oder schlicht weiß als Symbol der sterilen Zukunftswelt) sowie der kokettierend bauchfrei durch die Gegend heuchelnden Frau Jovovich der einzig wirklich gelungene Aspekt dieses invaliden Blödsinns. Scheinbar wurde auch Kurt Wimmer bei all den endlosen Aneinanderreihungen von Schlägereien und Ballereien in ach so futuristischen Sets das Hirn herausgekloppt. Aber sind wir doch mal ehrlich: Sinn, Verstand, geschweige denn eine Botschaft, hat doch hier eh keiner ernsthaft erwartet.

Fazit: Während das Sehorgan stimuliert wird, liegt der Rest des menschlichen Apperzeptionsapparats brach und wird sträflich unterfordert. "Ultraviolet" ist leider nur ultralaut, ultraplatt und ultrablöd. Trotz durchaus erkennbarer guter Ansätze und gefälliger Optik hätte man sich für alle Fälle auch noch ein Drehbuch beiseite legen sollen. Schlicht die schlechteste Comicadaption, die ich kenne.


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