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Krieg der Welten (2005)

Eine Kritik von Fabse (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 06.10.2005, seitdem 389 Mal gelesen


Da setzt der Verleih schon im Voraus Sperren fest, damit niemand vorab über die inhaltlichen Qualitäten, sofern sie gegeben sind, Bericht erstatten kann und dann zieht sich die neue Popcorn-Schelte vom spielzwergischen Kind im Manne selbst am Ringelschwänzchen. Nähern wir uns mal dem vermeintlichem Rohrkrepierer in Spe ganz langsam an um zu erfahren ob die zweifelhafte Erwartungshaltung gegenüber der neuen Spielberg/Cruise Kollaboration berichtigt war.

Hafenarbeiter Jay stiefelt nach der Maloche los ins Wochenende um die Freizeit mit seinen beiden Kindern aus einer gescheiterten Ehe zu verbringen. Da Daddy ein ziemlicher Loser ist und auch die Früchte seiner Lenden sich dessen bewusst sind ist verständlicher Weise keines der Bälger übermäßig beglückt, seine Zeit mit dem unliebsamen Erzeuger zu verbringen. Doch bevor man Vati das ganze Ausmaß seiner Ablehnung entgegenbringen kann kracht’s und knallt’s enorm. Außerirdische Invasoren versuchen sich daran erbarmungslos den Planeten Erde auszulöschen. Grund genug für Jay, seiner Verantwortung gegenüber der Kids zu entsagen und diese zurück zu Muttern zu chauffieren. Doch der Weg zur Ex gestaltet sich nicht gerade als Zuckerschlecken, da Allerorts dreibeinige Kampfroboter der Marsianer die Menschheit auszurotten.

Nach diversen Ausflügen in Kriegs-Drama- Gefilde und unsäglichen Blockbuster-Toiletten wie „Minority Report“ oder „Catch me if you can“ befindet sich Spielberg scheinbar auch wieder auf dem Weg zurück zu alten Tugenden, die einst seine modernen Klassiker wie „E.T.“ oder „Jaws“ zu denkwürdigen Genre-Meilensteinen machte. Mit der Neuverfilmung von H.G. Wells Evergreen um den Angriff aus dem All greift Hollywoods einstiges Wunderkind wieder die autobiographischen Bezüge auf, die eine Weiterführung seiner Pre-Schindler’ Liste- Phase aufzeigen und es gelingt ihm dabei sein bislang bester Film über den zweiten Weltkrieg, ohne dass dieser dabei plakativ verortet zugegen ist. Die Charakteristika seiner frühen Helden, die über latenten Pubertätspfade heraus die Rückkehr zu den sicheren Grundstrukturen der Familie zurückgefunden haben setzt sich in der Rolle von Tom Cruise wieder vollends durch. Der Dramaturgie der Heldenwanderung verpflichtet, in der der Weg das Ziel darstellt, unterzieht sich Jay innerhalb einer Krisensituation der Rückführung des kollektiven Gemeinschaftsgefühls familiärer Sicherheit. Nach anfänglicher Ablehnung gegenüber seiner Verantwortung führt ihn die anarchistische Gegebenheit des Angriffs aus dem Alls ,mit all seinen Gegebenheiten und Auswirkungen auf das soziale Miteinander zurück zur Sehnsucht der wieder herstellungswürdigen Harmonie. Während die Menschen, denen Jay auf der Suche nach einem Zufluchtsort begegnet, grenzenlos das Bild der Egomanie verkörpern, wird der Familienvater selbst nur zum moralisch verwerflichen Taten genötigt, sobald der neu errungene Zusammenhalt Risse aufweist. Der gewaltige Schauwert der Rahmenhandlung um die Invasion tut noch ihr übriges darum, dass „WotW“ wieder ein Spielberg Film aus reinstem Guss geworden ist, bei dem selbst das leicht überstilisierte, pathetische Ende im Gesamtkontext nicht wirklich deplaziert auffällt. Des Stevens Alien-Abwasch ist definitiv um Klassen besser als Emmerichs Patrioten-Geschleime beim vermeintlich thematisch Artverwandten „Independence „Blödsinns“ Day“


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