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Domino (2005)

Eine Kritik von sebolon (Bewertung des Films: 6/10)
eingetragen am 19.05.2006, seitdem 232 Mal gelesen


So nun stellt sich für mich die Frage, wie ich diesen Film einordnen soll. Soll ich ihn mit "normalen" Filmen dieses Genres vergleichen, oder soll ich die Messlatte etwas höher ansetzen und ihn dessen bewerten was er ist: Ein Tony-Scott-Film!!

Bei letzterer Bewertung fällt er leider etwas durch das Raster. Er ist nicht zu vergleichen mit "The Last Boy Scout" oder "Man on Fire", schon gar nicht mit meinem absoluten Lieblingsfilm "True Romance".
Klar, von der Machart her ist "Domino" natürlich typisch Tony Scott gezeichnet. Es gibt die coolen Guten, die am Rande der Legalität arbeiten, und es gibt die eindrucksvollen Gegenspieler. Am Ende kommt es wie immer zum großen Showdown, wo sich alle gegenüber stehen und ein rießiges Feuerwerk abgeht.

Doch etwas stört mich die Besetzung des Films. Allen voran
Keira Knightley, die als "böse" und "brutale" Kopfgeldjägerin so viel taugt, wie Naomi Campell hinterm Herd. Zwar bringt Scott die Überleitung schon ganz plausibel rüber (Domino war früher gelangweiltes Model etc.), aber die böse Frau nimmt man ihr leider den ganzen Film über nicht ab. Da sind ihr die Schuhe zu groß, die sie anziehen wollte...
Auch stören mich Brian Austin Green und dieser Spacko Ian Ziering (Beverly Hills 90210). Ist vielleicht Aaron Spelling Co-Produzer von diesem Film? Ich hab eigentlich nur die ganze Zeit darauf gewartet, dass Jason Priestley oder David Hasselhoff noch irgendwo in der Wüste am Wegrand stehen. Ansonsten ist alles wie gewohnt. Mickey Rourke kommt gewohnt lässig daher. Er spielt mal wieder seine
Paraderolle: Ich habe alles erlebt und mich kann nichts erschüttern. Christpher Walken ist auch ein gern gesehener Gast bei Tony Scott, aber um den braucht man sich wohl gar nicht kümmern, den kann man anscheinend kurz vor Dreh anrufen und ihm die idiotiste Rolle geben, er macht immer das Beste drauß. Lucy Liu wirkt dagegen als FBI-Psychotante etwas blass, allerdings fällt ihre Rolle auch nicht schwer ins Gewicht. Mena Suvari gefällt mir auch mit ihren Kurzauftritten.

Die Story von "Domino" ist schon relativ gut ausgetüftelt, allerdings am Ende dann doch etwas zu "Schmalz lastig". Aber so soll es schließlich in Hollywood-Produktionen sein...Klappe zu Affe tot!

Fazit:
"Domino" ist sicherlich nicht der beste Film von Tony Scott, allerdings nettes Unterhaltungskino. Man wird jedoch in zehn Jahren nicht von einem Klassiker wie "Last Boy Scout" oder "True Romance" sprechen können. Schade, vielleicht hätte man ohne Keira Knightley noch etwas mehr Autentität in den Film bringen können...

6/10 Punkten


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