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Sonatine (1993)

Eine Kritik von Thurgod (Bewertung des Films: 10/10)
eingetragen am 19.07.2006, seitdem 434 Mal gelesen


Sonatine – ein weiteres kleines Sahnestück unter den Yakuza Thrillern eines Takeshi Kitanos. Das Frühwerk gilt als echter Geheimtipp und braucht sich keineswegs hinter seinen späteren, weitaus erfolgreicheren Werken wie „Brother“ oder „Hana-Bi“ zu verstecken.  

Der alternde Yakuza Murakawa (gespielt von Kitano selbst) beginnt allmählich, die Lust an seinem „Beruf“ als Yakuza zu verlieren, erklären kann er es sich jedoch nicht. Just in dieser Situation fordert der Boss seines Clans in Tokio ihn auf, einer verbündeten Mafiafamilie auf Hokkaido beizustehen. Widerwillig macht er sich mit seinen Leuten auf, wohl wissend, dass ein solcher Ausflug nicht ungefährlich ist. Prompt nach seiner Ankunft sterben zwei seiner Leute durch einen Bombenanschlag, und nach einer Schießerei in einer Bar mit weiteren Toten zieht sich Murakawa mit ein paar seiner übrigen Leute an den Strand der Insel zurück, taucht unter. Er ahnt bereits, dass er von seinen Bossen mit einem gewissen Hintersinn dorthin geschickt wurde...
 

Auch schon in diesem Werk kommen Kitanos meisterliche Stilelemente bereits voll und ganz zur Geltung: eine ungewöhnliche Schnitttechnik, explosive Gewalt, und atmosphärische Kulissen, vorzugsweise am Strand. Dort nämlich spielt sich ein großer Teil des Filmes ab, bei dem man die Yakuza dabei beobachtet, wie sie sich mit Blödsinn und Spielchen ihre Zeit vertreiben. Dabei ging Kitano filmerisch wie darstellerisch einmal mehr so einfühlsam vor, dass es einfach nur Spaß macht, den Gangstern beim Unfug machen zuzuschauen. Die Charaktere werden dabei immer sympathischer und der hintersinnige Witz vermischt sich mehr und mehr mit Melancholie und Todessehnsucht, bis es schließlich wieder still wird und die Protagonisten wieder von ihrem blutigen Geschäft eingeholt werden. Unterstützt wird das Ganze einmal mehr durch die geniale Musik eines Joe Hisaishi, der sicher kein geringerer Meister seines Fachs ist wie „Beat“ selbst. Selten wurde Schwermut so dermaßen mit humorvoller Leichtigkeit kombiniert wie in „Sonatine“, und nicht selten weiß man nicht, ob man lachen oder weinen soll. Ein beispielloser, mustergültiger Blick auf die ungewöhnliche Lebensseite der japanischen Gangster!
 Natürlich in der Darstelleriege mal wieder dabei sind Stars wie Ren Osugi und Susumu Terajima, die auch hier als Yakuza absolute Glanzleistungen abliefern!

Die DVD von One World/Rapid Eye Movies geht in Ordnung, auch wenn die deutschen Untertitel dezent zu wünschen übrig lassen – was jedoch nicht besonders stört, da wir ja schließlich alle wissen, wie wortkarg es meist in Kitanos Filmen zugeht. Große Filmkunst und ein Muss für Fans von  Kitano- Gangster- und japanischen Kultmovies.


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