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Hana-bi - Feuerblume (1997)

Eine Kritik von vern678 (Bewertung des Films: 10/10)
eingetragen am 28.09.2004, seitdem 303 Mal gelesen


Wenn ich einen Film als absolutes Meisterwerk bezeichnen müsste, wäre das auf jeden Fall "Hana-Bi"!

Was für einen Film darf man ein "Meisterwerk" nennen?
Für mich muss ein solcher Film folgende Kriterien erfüllen:
- Der Film muss mich faszinieren, fesseln und darf mich so schnell nicht mehr loslassen.
- Der Film darf nicht langweilig werden und sich nicht unnötig in die Länge ziehen.
- Der Film muss einfach zeitlos sein, sodass ich ihn mir immer wieder ansehen kann.

All diese Kriterien erfüllt "Hana-Bi" einwandfrei!

Zum Ersten wäre da die Faszination, die von diesem Film ausgeht: Selten in der Geschichte der vertonten Filme gab es Filme, die mit so wenig Sprachgebrauch auskamen wie dieser hier (abgesehen von anderen Werken Kitanos). Die Sprache rückt hier total in den Hintergrund und ist auch eigentlich garnicht nötig. Alles was man im Laufe des Films erfahren muss, wird entweder durch Musik, durch Bilder oder durch die versteinerte, aber aussagekräftige Mimik eines wieder mal grandiosen Takeshi Kitanos vermittelt. Der Film ist mehr als ruhig und krachende Action und schnelle Shootouts sucht man hier vergebens. Das soll aber nicht heißen, dass er völlig ohne Actionsequenzen auskommt. Diese erscheinen immer genau dann auf dem Bildschirm wenn man nicht damit rechnet. Und zwar immer, wenn sich der Hauptcharakter an den Mord an seinem Kollegen erinnert.
Und gerade dieser Kontrasts von extrem ruhigen, erzählenden Passagen und den plötzlich hereinbrechenden, recht blutigen und brutalen (zumindest für das Mainstream-Publikum) Flashbacks machen einen großen Teil dieser Faszination des Films aus.
Aber auch die Szenen, in denen Nishii (Kitano) versucht, seiner Frau die letzten Tage ihres Lebens so erträglich wie möglich zu machen, sind mehr als beeindruckend. Wenn man ihn dabei beobachten darf, wie er sämtliche Überraschungen, die er für deine Frau vorbereitet hat, vermasselt, weiß man wirklich nicht mehr, ob man nun lachen oder weinen soll. Denn die extrem traurige Grundstimmung des Films behält man während der ganzen Zeit immer im Hinterkopf.

So ein ruhiger Film muss doch aber irgendwann langweilig werden und seine Längen haben! Genau das dachte ich mir zu Anfang. Doch die Story und der geniale Hauptdarsteller fesseln einen dermaßen, dass man immer mehr mit Nishii fühlt und sich vollkommen in seine Lage versetzt, was das ganze niemals langweilig werden lässt.

Und der Punkt der Zeitlosigkeit eines Films trifft wohl auf keinen Film so sehr zu wie auf "Hana-Bi". Wo in anderen Filmen oftmals zeitbezogene Probleme (Krieg, Morde, Katastrophen) die Story vorgeben, behandelt "Hana-Bi" ein Problem, welches die Menschheit aller Voraussicht nach bis in alle Ewigkeit begleiten wird: Den Tod.
Doch ist der Tod wirklich ein Problem? Diese Frage stellen sich der Film und der Zuschauer mit voranschreitender Laufzeit. Im Falle von Nishii und seiner Frau scheint nämlich eher das Leben ein Problem zusein und der Tod die einzige Hoffnung und Rettung.

Doch zuviel sei hier nicht vorweggenommen, denn diesen Film sollte man besser völlig unvoreingenommen genießen und auf sich wirken lassen.


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