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Mortal Kombat (1995)

Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 5/10)
eingetragen am 22.08.2005, seitdem 669 Mal gelesen


Einen Automatenklopper auf die Leinwand zu adaptieren kann bei meist nicht vorhandener Story schwierig werden, doch Paul Anderson schlägt sich bei „Mortal Kombat“ ganz passabel.
Im Gegensatz zu dem fast zeitgleich entstandenen „Street Fighter“ hält Anderson seine Heldentruppe eher klein: Die Polizistin Sonya Blade (Bridgette Wilson), der Hollywoodstar Johnny Cage (Linden Ashby) und der nach Amerika emigrierte Ex-Shaolin Liu Kang (Robin Shou). Die drei werden anfangs kurz vorgestellt, indem man sie in ihrem Alltagsleben sieht, wobei man in erster Linie erfährt, dass alle drei kräftig aufs Maul hauen können, was sie für den „Mortal Kombat“ qualifiziert.
Der Zauberer Shang Tsung (Cary-Hiroyuki Tagawa) lockt alle drei nebst anderen Kampfsportlern zu diesem Wettbewerb in einer Dimension namens Outworld. Ihre Kontrahenten sind die Kreaturen Shangs und falls die Menschen verlieren, fallen sie über die Erde her. Die Kämpfer stellen sich der Herausforderungen unterstützt von dem Donnergott Lord Raiden (Christopher Lambert)…

Das war’s dann auch an Story, der Rest ist eine lose Aneinanderreihung von Kloppereien an deren Ende natürlich das Happy End steht. Regeln oder ein klarer Ablauf des „Mortal Kombat“ sind nicht erkennbar; einige Kontrahenten kloppen fast nonstop, andere kriegen einen einzigen Kampf und warum manche eine Herausforderung annehmen dürfen, andere aber nicht, fragt man besser nicht. Man merkt also: Die Story war dem Filmteam relativ Latte, auch wenn sich die wenigsten Turnierfilmklopper in diesem Bereich hervortun.
Die Fantasyrahmenhandlung hat ihre Vor- und Nachteile. Klarer Nachteil ist das pathetische Gesülze über Schicksal und Weltenrettung, das extra pathetisch daherkommt. Denn auf vernünftige Dialoge wurde hier nicht sonderlich viel Wert gelegt, sodass gelegentliches Weghören gar nicht so verkehrt ist. Vorteil des Szenarios sind die düsteren Kulissen, die Anderson auch vollkommen ausnutzt. Durch den Fantasyeinschlag haben auch einige Kämpfer übersinnliche Kräfte und es mischen einige Phantasiekreaturen bei dem Treiben mit. Die Effekte sind angesichts von Budget und Entstehungsjahr gar nicht mal so schlecht, auch wenn gerade die Computeranimationen aus heutiger Sicht hemmungslos veraltet wirken.

Herzstück des Films sind jedoch die Fights und hier kann „Mortal Kombat“ zumindest teilweise zufrieden stellen. Die Menge der Kämpfe geht in Ordnung, doch einige Fights sind enttäuschend kurz, sodass gerade die eher unwichtigen, aber dafür ausgiebigen Kämpfe Johnny Cage vs. Scorpion und Liu Kang vs. Reptile zu Highlights werden. Immerhin stimmt die Choreographie und die musikalische Untermalung kann man zwar als eintönige Bummtschicke-Mucke abtun, doch sie verleiht den Kämpfen einigen Drive. Auch ein paar recht spektakuläre Moves werden geboten: lediglich Bridgette Wilson merkt man deutlich an, dass sie quasi null Kampfsporterfahrung hat. Deshalb bekommt sich auch bloß einen richtigen Kampf spendiert.
Warum Frau Wilson dann mit an Bord ist, wird aber nicht so recht klar, denn schauspielerisch ragt sie hier keinesfalls heraus. Linden Ashby und Talisa Soto sind ganz ordentlich, während bei Robin Shou mimisch null Bewegung angesagt ist (naja, immerhin kann er kloppen). Auch Christopher Lambert liefert hier bloß Mittelmaß ab, während Cary-Hiroyuki Tagawa zwar schon mal besser war, aber seine übliche Fieslingsrolle ganz ordentlich runterspult.

Unterm Strich bleibt passables Gekloppe mit guter Atmosphäre, aber Behelfshandlung und teilweise dümmlichen Dialogen. Mit mehr Action wäre das Ergebnis sicher besser gewesen, aber deutlich besser als der C-Actionoverkill von Fortsetzung ist der erste „Mortal Kombat“ schon.


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