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Affe im Menschen, Der (1988)
Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 6/10) eingetragen am 17.07.2005, seitdem 579 Mal gelesen
Mit „Der Affe im Menschen“ hat George Romero einen kleinen, unterhaltsamen Horrorthriller gedreht, aber zum großen Wurf reicht es noch nicht.
Im Horrorgenre sind Leute, die ein rundum glückliches und zufriedenes Leben führen ja schon eine Art Ärgernis. Leute wie der Student Allan Mann (Jason Beghe), sportlich und voll im Gleichgewicht. Doch es kommt wie das Genre es so will: Beim Joggen macht Allan unangenehme Bekanntschaft mit einem Lastwagen. Das Resultat: Allan landet im Rollstuhl. Selbst der wenig erfahrene Zuschauer ahnt schon: Das gibt Verbitterung und böses Blut.
Tatsächlich ist Allan mit seiner Situation wenig zufrieden, doch sein Kumpel Geoffrey Fisher (John Pankow), der an der Uni forscht, lässt die Äffin Ella zu hilfreichen Haustier für Allan ausbilden. Doch Ella ist gleichzeitig Testobjekt für ein Intelligenzserum gewesen. Ist dies der Grund, weshalb sie Allans dunkle Gedanken zu kennen scheint?
Großartig neu ist die Geschichte von „Der Affe im Menschen“ nicht, denn Vergleichbares hat das Horrorgenre hervorgebracht (so führte in „Die Hand“ besagtes, abgetrenntes Körperteil die dunklen Wünsche des Besitzers aus). Außerdem kann sich jeder Zuschauer auch schnell denken, wohin die Geschichte führen wird, sobald die Geschehnisse eskalieren. Doch auch aus Standardplots kann man ja Spannendes zaubern.
So erweist sich „Der Affe im Menschen“ auch als anfangs recht gelungenes Schauerstück: Langsam baut Romero Spannung auf und zeigt dem Zuschauer, wie Ella immer mehr Fähigkeiten erlernt und Allan immer mehr Stimmungsschwankungen erliegt. Nebulöse Andeutungen, dass Ella fast menschliche Intelligenz hat, ein von ihr getöteter Vogel – all das sind kleine Anzeichen der kommenden Bedrohung und erzeugen eine recht unheimliche Atmosphäre. Da nimmt auch gerne das langsame Tempo in Kauf und wartet auf die Eskalation des Ganzen.
Leider ist gerade dieses Finale einer der Schwachpunkte des Films, da es einfach zu lahm gestaltet ist. Der Showdown ist zwar recht lang, wiederholt sich aber viel zu oft: Zigmal wird da durchs Haus geschlichen, zig Affenangriffe häufen sich, doch es dauert viel zu lange bis klar wird, ob nun Mensch oder Affe die Oberhand behalten wird. Das hätte man deutlich kürzer fassen können oder spannender gestalten, indem man mehr Figuren am Finale teilhaben lässt. Leider zieht sich „Der Affe im Menschen“ gegen Ende deutlich, obwohl dies ja gerade der Höhepunkt hätte sein sollen. Im Finale gibt es auch ein paar nette Effekte zu sehen, doch die FSK 18 Freigabe ist komplett unverständlich (selbst damals bei Erscheinen des Films vollkommen überzogen).
Handwerklich ist „Der Affe im Menschen“ jedoch durchaus gelungen. Die Regie Romeros baut eine gute Gruselatmosphäre auf, auch wenn der Mann kein Spannungsvirtuose wie John Carpenter ist. Vor allem aber fallen die tollen Tiertricks des Films auf, denn Ella muss wirklich viele, recht komplexe Handlungen ausführen. Die Tiertrainer haben jedoch tolle Arbeit geleistet und man hat teilweise beinahe das Gefühl, der Affe sei wirklich intelligent.
Darstellerisch hat Romero eine ordentliche No-Name Besetzung zusammengeklaubt. Die meisten Darsteller machen ihre Sache gut ohne wirklich zu glänzen; lediglich Jason Beghe stellt eine Ausnahme dar: Er verkörpert den teilweise verbitterten, teilweise optimistischen Allan mit all seinen Stimmungslagen wirklich sehr überzeugend.
Bleibt letzten Endes ein durchaus atmosphärischer Gruselthriller mit tollen Tiertricks, der aber nur ganz nett ist. Denn leider zieht sich der Film stellenweise, vor allem im Finale wäre mehr Tempo angebracht gewesen.
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