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Affe im Menschen, Der (1988)
Eine Kritik von Schwarz (Bewertung des Films: 4/10) eingetragen am 16.10.2004, seitdem 683 Mal gelesen
Allan wird bei einem Unfall querschnittsgelähmt und ist nun auf die Hilfe anderer angewiesen. Trotz aller Hilfe, die seine Mutter ihm erkauft, unternimmt er deprimiert einen Selbstmordversuch, zudem ihn auch noch seine Freundin verlässt und mit seinem Arzt anbändelt. Doch eines Tages bekommt er von seinem Freund Geoffrey einen Affen, der von Melanie zu einem Helfer für den Behinderten dressiert wurde. Zunächst erfüllt der Affe sein Leben mit etwas Positivem, obwohl seine Krankenschwester das neue Haustier hasst. Sie soll recht behalten mit ihrem unguten Gefühl, denn sein Freund hat mit genau diesem ehemaligen Versuchstier aus seinem Labor Tests zur Intelligenzsteigerung mit einem menschlichen Präparat unternommen, und das lässt das putzige Tier außer Kontrolle geraten. Unglaublich, aber wahr, dass George A. Romero drei Jahre nach Abschluss seiner großartigen Zombie-Trilogie solch einen platten Streifen hinlegte. Die Kategorisierung unter Horror erscheint nicht ganz passend, denn zum größten Teil baut Romero allmählich und ohne Eile einen Thriller mit starken Dramaelementen auf, der die Bedrohung durch ein überintelligentes, menschenähnliches Kapuzineräffchen weit nach hinten schiebt. Dafür wird die Rahmenhandlung mit all ihren Standardcharakteren so weit ausgebaut, dass der Rest gar vorhersehbar wird. Die böse Krankenschwester bietet sich ohne Zweifel als erstes Opfer an und die treulose Exfreundin, die der arrogante Arzt vom Helden abkupfert (welcher letztlich auch noch Schuld an der Rollstuhlmisere sein soll) sind ebenfalls ein gefundenes Fressen in dem lahmen Affenzirkus. Handwerklich ist die Inszenierung solide, da sind andere Tier-Thriller oft trashiger, tatsächlich spannend wird es nur in wenigen Momenten, rührselig umso öfter. Absolut umwerfend ist allein die Performance des possierlichen Affens, die Wandlungsfähigkeit ist einfach verblüffend. Manchmal gibt es sogar kleine Gags eingebaut, der Pessimismus des alten Romero aus Zeiten von „Crazies“ z.B. ist verflogen (so ein übles Happy End kann sich keiner vorstellen). Dazu reicht man jede Menge Klischees, die einfältigen Charaktere, Jason Beghe als ehemalige Sportskanone und jetzt vom Hals abwärts gehandicapter Menschenhasser, sowie sein gesichtsloses Pendant in Form von Kate Mc Neill können wenig für Glaubhaftigkeit sorgen. Trotz ihrer Hürden geht leider zu viel von der Dramatik aus Michael Stewarts Romanvorlage verloren. Der Plot ist nicht immer logisch, lediglich die Idee von einem Wechsel der Positionen innerhalb der Evolution ist interessant, doch nicht weitergehend vertieft. Ansatzweise gefällt die Verbindung im Geiste, die den Affen quasi den Hass von Allan in Taten umsetzten lässt, bis sich die Vorzeichen ändern. Und für all diejenigen, die glauben, die Verquickung von George A. Romero und Tom Savini sei ein Garant für ausufernd splatterige Horrorszenarien: die paar Blutstropfen sind nicht der Rede wert, sondern lassen eher die Freigabe ab 18 Jahren verwunderlich erscheinen. Ob der Mainstreamcharakter ein Tribut an die Majorproduktion ist, sei dahingestellt, etwas Oberflächlicheres und weniger Unterhaltsameres hat Romero bisher nicht verbockt.
Fazit: Durchschnittlicher Tier-Thriller, der, vom Meister Romero kommend, enttäuscht. Weniger Horror als der Affentrash „Shakma“, aber in der Ausführung professioneller. 4/10 Punkten
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