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Jason Goes to Hell - Die Endabrechnung (1993)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 6 / 10)
eingetragen am 23.12.2004, seitdem 608 Mal gelesen



Sean S. Cunningham, der einst "Freitag Der 13." aus der Taufe hob, ist zurück und zeigte seinen Vorgängern, wo der Frosch die Locken hat. Ab der ersten Sekunde gibt es Spannung, Action und viel ironischen Humor, denn bereits nach wenigen Szenen hat es Jason vermeintlich in unzählige Stücke zersprengt, was natürlich nur bedingt stimmt. Die Obduktion gerät etwas aus den Fugen, als der Leichenbeschauer das noch pumpende Herz auffrisst und mit Jasons Bösem beseelt ein Blutbad anrichtet. Im weiteren Verlauf, der sich einen Dreck um die vorhergehenden Sequels schert, lässt einen das durchgeknallte Drehbuch immer wieder staunen, was dort für eine abgehobene Trashstory entwickelt wird. Neben der Hauptakteurin Diana Kimble und ihrem Kind, die einzigen Blutsverwandten von Jason (wo kommen die denn plötzlich her?) ist auch der Kopfjäger Creighton Duke hinter Jason her. Der Geist des Serienkillers indes kann durch ein wunderbar ekliges, schwarzes Vieh in andere Wirte schlüpfen, die Rolle des Killers ist also auf mehrere Schauspieler verteilt. Kane Hodder hat dementsprechend nur am Anfang und am Ende etwas zu tun, abgesehen von einem unmaskierten Auftritt als Security. In Crystal Lake ist man nach dem vermeintlichen, in den Medien verbreiteten Tod des Killers guter Dinge und hofft, die kommende Touristenflut durch Jason-Burger zum halben Preis beeindrucken zu können. Auch die örtlichen Teenager atmen auf und machen bereits Witzchen über das ewige "Dope rauchen, Sex haben und sich dann abschlachten lassen". Auch wenn die gewichtige Rolle des zurückgebliebenen Maskierten im Mittelteil fehlt, so fehlt zumindest eines nicht und zwar die Morde, welche hier dank einer Unrated-Fassung sichtbar blutiger ausgefallen sind als in den letzten vier Teilen. Sicherlich nicht jedermanns Geschmack ist die konsequente Entwicklung einer Horrorkomödie, die zu keinem Zeitpunkt als ernst ausgemacht werden kann. Adam Marcus zeigt in seinem Regiedebut haufenweise Querverweise auf das Genre, was dem Kenner einige Freude bereitet. Als tiefe Verbeugung oder auch als Persiflage gibt er Details aus "Das Ding Aus Einer Anderen Welt", "Tanz Der Teufel", "Hellraiser" usw. zum besten, während das Ende schon einen Hinweis auf das Treffen zwischen Jason Vorhees und Freddy Krüger gibt, der ja erst viele Jahre später realisiert wurde. Phantastische Elemente geraten im Finale zu einem ausgedehnten Showdown mit Monsteraction und einem effektvollen Abgang, der Herrn Vorhees in Arbeitskluft neben Zombieanleihen noch einmal aufleben lässt. Mit "Jason Goes To Hell" wurde im Grunde die vor sich her dümpelnde Serie mit fragwürdigen Vorgängern über den Haufen geschmissen und mit neuen Ideen reanimiert. Damit ist dies schon der zweite "finale Freitag", der nach dem Erfolg natürlich keiner mehr war. Die Hardcore-Fanclubs mit Crystal Lake Fähnchen über dem Bett mögen sich in ihrer konservativen Vorstellung des tröfzigsten Slasheraufgusses im niedergertrampelten Fleckchen Wald zwar vernachlässigt vorkommen, doch wer das nicht so dogmatisch sieht, bekommt frische, witzige und stellenweise endlich mal wieder blutige Unterhaltung geboten. Denn wozu noch weitere langweilige und dazu noch verstümmelte R-Slasher produzieren, wenn sich das Camperslashergenre schon längst verselbstständigt hat und bessere Perlen als die öden Sequels des Originals ausspuckt. Die Frechheit siegt hier klar über Verstand, um nicht nur Jason ein neues Antlitz zu verpassen, denn auch die folgenden Teile profitierten von der modernisierten Art des Comebacks.

Fazit: Wer sich vom Klischee mit der Eishockeymaske befreit, bekommt eine gute Horrorkomödie mit blutigem Hochglanztrash serviert. 6/10 Punkten


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