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Jason Goes to Hell - Die Endabrechnung (1993)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 5 / 10)
eingetragen am 04.04.2005, seitdem 1438 Mal gelesen



Mit „Jason goes to Hell“ wollte der neue Rechteinhaber New Line Cinema das Konzept der „Freitag, der 13te“-Saga zum Schluss noch mal ummodeln, aber zu besonderer Qualit├Ąt hat es dem Film nicht verholfen.
Dabei zeigt der Anfang, dass man immerhin das Konzept von Ironie begriffen hat. Eine Laiendarstellerin will unter die Dusche schl├╝pfen, da taucht dann husch Jason Vorhees (Kane Hodder) auf, um die gute Frau zu verhackst├╝cken. Sie rennt weg – doch entpuppt sich als Agentin, die Jason in eine Falle oder besser gesagt vor die Flinten einer Spezialeinheit lockt. Die pulverisiert Jason dann auch per Dauerfeuer und der Film kann anfangen.
Weiter geht’s mit einer Obduktion, bei welcher der Leichenbeschauer dann m├Ą├čig komische Spr├╝che ├╝ber den in St├╝cke geschossenen Jason rei├čt. Doch als der Mann dann das immer noch schlagende Herz von Jason sieht, da zwingt das B├Âse ihn das Teil wegzumampfen. Zeigt nicht nur einen Ekeleffekt (naja, wer’s braucht), sondern etabliert das neu eingef├╝hrte Konzept des K├Ârpertauschens.

Denn Jason V. ist hier im wahrsten Sinne des Wortes nicht totzukriegen: Er kann in Wirtsk├Ârper schl├╝pfen und man kann das B├Âse nur austreiben, wenn er bzw. sein Wirtsk├Ârper von einem leiblichen Verwandten dahingemetzelt wird. Doch Jason kann durch genau diese Menschen auch wiedergeboren werden, weshalb sein neuster Wirtsk├Ârper Richtung Crystal Lake und Richtung Verwandtschaft watschelt…
Das neue Konzept des (scheinbar) „Final Friday“ klatscht dem Zuschauer also ein erweitertes Konzept um die Ohren, doch die Geschichte bleibt an sich so simpel wie in den meisten anderen Filmen der Reihe – Jason metzelt hier etappenweise halt nur in anderer Gestalt. Leider geh├Ârt „Jason goes to Hell“ zu den besonders spannungsarmen Filmen der Reihe, denn nahezu jede Wendung ahnt man schon kilometerweit voraus (z.B. in wessen K├Ârper Jason gerade steckt, wenn die Heldin es nicht wei├č). So dient die Handlung dann als eher d├╝rftige Folie f├╝r Gemetzel Galore.
Doch das hat es dann in sich, denn trotz des f├╝r New Line Verh├Ąltnisse schmalen Budgets geht hier effektm├Ą├čig die Post ab. Nur wenige Tricks sind durchschaubar, die meisten Metzeleien sind (vor allem in der Unrated) hingegen wirklich gut gemacht (z.B. die ber├╝hmt-ber├╝chtigte Szene mit der Zeltstange oder der megaderbe Armbruch). Doch leider wird in den Mordszenen kaum Spannung erzeugt, stattdessen watschelt Massenvernichter Jason im Stile des Splatterfilms ganz ohne los und killt was nicht bei drei auf den B├Ąumen ist.

Als Funsplatter w├╝rde sich „Jason goes to Hell“ auch eignen, wenn er so humorvoll wie „Braindead“ und Co. w├Ąre. Doch Ironie gibt es hier nur in Ans├Ątzen, viele andere Gags (z.B. der Tausch Informationen gegen Fingerbrechen oder die Nachrichtensendung) z├╝nden nicht und sorgen noch nicht mal f├╝r ein m├╝des Achselzucken. Ironie gibt es immerhin bei der Zitierfreudigkeit des Films: In Keller der Vorhees-Butze liegt das Necronomicon aus „Tanz der Teufel“ rum, die Bullen geh├Âren zum Cunningham County (nach Sean S. Cunnigham, dem Regisseur des ersten „Freitag, der 13te) usw. Legend├Ąr nat├╝rlich die Endszene, die bereits „Freddy vs. Jason“ andeutete.
Darstellerisch liegt „Jason goes to Hell“ immerhin etwas ├╝ber dem Niveau der restlichen Filme der Serie, auch wenn man nat├╝rlich keine Meisterleistungen erwarten darf. Doch das Ganze ist immerhin halbwegs solide gespielt und mit Steven Williams guckt wenigstens ein halbwegs bekanntes Gesicht in die Kamera.

Die Effekte gehen derbe ab, doch die Story ist ├Âde und die Ironie leider nur in Ans├Ątzen vorhanden – daher ist „Jason goes to Hell“ nur Mittelma├č. Wie das Ganze mit dem richtigen Witz h├Ątte aussehen k├Ânnen, das beweist der deutlich bessere „Freddy vs. Jason“.


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