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Jason Goes to Hell - Die Endabrechnung (1993)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 3 / 10)
eingetragen am 14.11.2015, seitdem 352 Mal gelesen



Und wieder eine Lücke geschlossen!
In der "Friday"-Historie fehlte bei mir jahrelang noch Jasons Höllenfahrt, die ja wechselseitig entweder als totale Bankrotterklärung oder als erfrischende Neubelebung einer zunehmend blutleeren Serie bezeichnet, so dass die Erwartungen dann doch ein wenig höher lagen, als bei den anderen Wochenendausflügen in das Camp Crystal Lake.
Aber...wie könnte es anders sein...da kann man sich noch so bemühen...wo vorher schon kaum Sinn, Verstand und vor allem Kontinuität waren, kriegt man auch im neunten Aufwaschen keinen mehr rein. Stattdessen gerät das Gehäcksel zwar graphisch, aber in der Rückschau auf die anderen Episoden zum inhaltlichen Rohrkrepierer.

Okay, vielleicht sollte man das alles etwas locker sehen, nach dem Mutantenkind in Teil 1 und der Mutation zum hinterwäldlerischen Sackgesicht in Teil 2, übergeleitet zu dem schwer totzukriegenden Hünen in Teil 3 und 4. In Nr.5 mal kurz im Urlaub, durfte Jason dann als untoter Gigant drei weitere Teile lang schlachten, war aber eben irgendwie ein Untoter. Und gut.

Hier ist alles neu, also warum nicht auch die Basisdaten. Also taucht der Herr nach seinem New-York-Urlaub putzmunter wieder im Camp am See auf (war er nicht geschmolzen?) und wird (na endlich!) vom FBI empfangen und herzhaft gesprengt. Jubel und Gejohle! Doch ach je, von nun an gehts abwärts. Jetzt kippt die Chose vom Untotenslasher zur dämonischen Besessenheit. Die Körperfresser kommen.
In der Pathologie fängt Jasons Herz erstmal an zu pumpen, in der Leiche regt es sich und wie sollte es anders sein, da nimmt man als Pathologe erstmal einen feuchten Happen und ab geht die "killing spree".

Das FBI ist damit erstmal aus der Nummer raus (plot device, tja...), worauf uns der wohl beschissenste und arschigste (und übertriebenste) Kopfgeldjäger aller Zeiten in Gestalt von Stephen Williams präsentiert wird, der nebenbei im Übernatürlichen wohlbekannt als "Mr.X" in "Akte X" war, hier aber aufs Gröbste chargiert. Soviel kann uns Basil Exposition nach viel Zähnegeblecke, Italowesterngegrinse und ähnlich depperten Aktionen verraten, dass Jason nur von einer Blutsverwandten gekillt werden könnte. Woher er das hat und wo das steht, bleibt das sahnige Geheimnis von Philadelphia mit Milka.

Ferner ist dazu ein mystischer Dolch nötig, den Creighton Duke (des Bountyhunters bombast-ironischer Rollenname) praktischerweise ebenfalls mit sich führt (vermutlich in einem Überraschungsei gefunden). Derweil versucht sich das "Herz von Jason" im Rebirthing, wechselt den Körper und meuchelt sich durch Family und Statisten, dabei die Angehörigen eines total depperten Hillbillydiners, die Polizeibesatzung der Gegend und ein mediengeiler Journalist. Das Herz - und das allein ist schon eine kreative Idee, die man mit 10-20 Faustschlägen belohnen könnte - mutiert derweil in eine Form von Dämonenwurm, der dann vaginal in seine Stiefschwester zurückkriecht, um das "Reborn" auch wirklich kraftvoll umzusetzen.

Wem das jetzt alles etwas an den Haaren herbei gezogen vorkommt, der liegt genau richtig. Comicartige Pappmaché-Charaktere, nicht nachvollziehbare Handlungen, ein ungeschickter "Hero-on-the-Run", ein nebenbei bemüht herbeierzählter Plot, das muss alles ran, damit man die 90 Minütchen voll kriegt, ergänzt natürlich durch ordentlich Gore, denn damit hat man nicht gespart.
Da wird es dann sogar noch ein wenig kreativ, denn die berühmte Zeltszene, die Wiedergeburt und auch die Familienattacke haben wirklich was für sich (was Rotes!), wären das nicht die Plotentwicklungen und vor allem die depperten Dialoge, in der deutschen Fassung ergänzt durch eine Synchro, die nahe an der Pornographie entlang schwankt.

Einen Gummipunkt gibt es für das Nudge-Nudge-Crossover mit "Evil Dead", als das Necronomicon aus der anderen Filmreihe mal eben in einem Abbruchhaus rumliegen darf und natürlich freuen sich alle Fans, wenn Freddy Jason die Hand zum Sterben reichen darf, mehr sieht man vom Traumkiller dann aber auch nicht.

Wenn Gore Filme also besser macht, hat "Final Friday" also was für sich und weil er so dilletantisch ist, ist er auch nicht so langweilig wie die übrigen "Fridays" - leider ist der Rest noch depperter als Jugendliche im tödlichen Sexrausch.
FX-Fans und Splattergurus haben hier also ihre fünf Minuten, alle übrigen verbergen ihr Haupt, wie man einen wirren Keks noch weiter vermurksen konnte.
Die Anwort fand man dann bei "Jason X", indem man das Rezept mit SF und Cyberschlonz ergänzte. Immerhin wurde da ein brachbarer Film oberhalb des Amateurniveaus draus. (3/10)


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