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Charlie und die Schokoladenfabrik (2005)
Eine Kritik von Bjerkelej (Bewertung des Films: 7/10) eingetragen am 20.07.2006, seitdem 423 Mal gelesen
Alle waren wir einmal jung und alle liebten wir solche Filme, die voller Fantasie und Gerechtigkeit steckten, ob es nun König der Löwen war, Aladin oder Charlie-Alle Hunde kommen in den Himmel. Zugegebenermaßen sind dies alles Animationsfilme, jedoch spiegeln sie jenen Charakter wieder, den auch Charly und die Schokoladenfabrik in sich trägt. Grundsätzlich ist man es als aufmerksamer Filmliebhaber gewohnt zu sagen, dass 90% der Filme, in denen Jonny Depp die Hauptrolle übernommen hat, durchaus sehenswert und gelegentlich auch einmal grandios sind. Ersteres trifft auf diesen Film zu. Der kleine Charly kommt aus einer mehr als armen Großfamilie. Trotz dieser Tatsache ist er keineswegs verbittert, nicht einmal gewalttätig, aggressiv oder sonst etwas, dass man unter solchen Umständen erwarten könnte. Er ist eher naiv… ein junger Idealist, das was jeder mit vier oder fünf einmal war. Diesem Jungen werden in Wonkers Schokoladenfabrik all die komprimierten, (sog.) schlechten Eigenschaften , denen der Mensch so verfällt, gegenübergestellt. Missgunst, Völlerei, Habgier, Aggression, Falschheit, Arroganz und Neid sind mehr oder weniger verteilt auf Charlys Mitstreiter um den großen Preis Will Winkers. Und natürlich werden jene bestraft, die sich dem hingeben, auf mehr oder weniger scharmante Art und Weise, wodurch Charly durch sein bescheidenes, natürliches und ehrliches Selbst den Preis gewinnt und Will beerbt. Und an dieser Stelle hört es dann auch schon auf. Sicherlich muss man bedenken, dass dieser Film keineswegs für Erwachsene konzipiert ist, zumindest nicht komplett, da man ihn durchaus als Familienfilm bezeichnen könnte. Doch trotz aller kindlichen Freude, von der ich glaube sie mir bewahrt zu haben, ist es mir dann doch zu viel. Anfänglich reizt einen der Film durchaus, aufgrund der geheimnisvollen Atmosphäre um Wonkers Schokoladenfabrik. Doch nach und nach wird der Film immer vorhersehbarer, was natürlich zu der Natur solcher Filme gehört. Da bringen auch die amüsanten Auftritte der Arbeiterzwerge uns einem „unentdeckten Land“ nur wenig Kurzweil. Aus irgendeinem Grund erinnert mich Jonny Depps Rolle stark an Ichabod Crane aus Sleepy Hollow. Wonker wirkt wie die Light- oder Shareware- Version von Crane, die aus Kostengründen noch weiter heruntergeschnibbelt wurde, denn das ist diese Figur auf jeden Fall... mager und durchsichtig. Im Allgemeinen lassen die Schauspielerischen Leistungen während des Filmes gelegntlich zu wünschen übrig, nur die Nebendarsteller glänzen.Abschließend gesagt ist dieser Film eine Kindergeschichte aus dem Lehrbuch für Autoren und Regisseure. Viel Fantasie, eine einfache Story in der das vermeidlich Gute gegen das vermeidlich Böse gewinnt, ohne sich dessen bewusst zu sein. Etwas mehr Tiefe hätte den Film sicher nicht versaut, für meine zukünftigen Kinder allerdings, ein muss ein Muss im Wohnzimmerschrank. 7/10 Liebe Grüße.. Serius Bjerkelej
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