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Godzilla (1998)

Eine Kritik von Moonshade (Bewertung des Films: 4/10)
eingetragen am 18.05.2001, seitdem 804 Mal gelesen


Ein fader Monsterburger ist das, den Emmerich da auf die Menschheit losgelassen hat. Den ureigensten Kino-Export Japans so zu verschandeln, gehört eigentlich bestraft. Zwar ganz angenehm zu sehen, daß es kein Typ im Kostüm mehr ist, der da auf Trümmertour geht, aber es gibt sicherlich Eindrucksvolleres, als einen zur Übergröße mutierten Leguan auf New York loszulassen.

Das Tierchen ist zwar ganz angenehm animiert, aber trotzdem läßt das Vieh mich irgendwie kalt und gewinnt auch keine rechten Sympathiepunkte.

Natürlich spielen hier die F/X die entscheidende Rolle, weswegen die Hauptrollen auch vornehmlich mit Blaßnasen erster Güte vollgestopft sind.
Matthew Broderick ist ja eh das schauspielerische Äquivalent zu einem feuchten Husten, aber den Vogel schießt die weibliche Hauptrolle Maria Pitillo ab, die mit ihrer Sparmimik nicht mal bei GZSZ einen Job bekommen hätte und stets so dreinschaut, als hätte Emmerich ihr das gerade vorgemacht. Jean Reno irrt auf der Suche nach seinem Scheck durch ein vermurkstes Drehbuch, daß nicht so recht vor noch zurück kann.

Weil man dann ja noch bemerkt hat, daß Papa Monster nicht viel hermacht, gibt es in der zweiten Hälfte auch noch einen Haufen Jurassic Park-Godzillis incl. noch feuchten Eierschalen hinter den Ohren. Da wird munter vom Vorläufer geklaut, was das Treiben auch nicht interessanter macht, im Gegenteil, denn erst macht man sich im Trailer über Spielberg lustig und dann kopiert man ihn dreist.

Am Ende ist neben Godzilla auch gleich noch die Logik tot, die lang und breit nach Kräften strapaziert wird.
Zunächst mal schwankt die Größe unseres Lieblingstierchens je nach Anforderung, durchbricht mal eben ganze Hochhäuser, um dann wieder in einem U-Bahn-Schacht zu verschwinden, in dem er sich offenbar sowieso wie eine Rohrpost bewegt.
Und dann kann mir bitte noch jemand erklären, wie selbst ein mutiertes Tier, daß in seiner natürlichen Umgebung selbst mit einer Stange Dynamit im Rektum kaum mit dem Arsch vom Boden hochkommt, so beschissen schnell sein soll, vollkommen von den Bildschirmen zu verschwinden oder sich hier flott in den Manhattaner Underground gräbt, ohne daß man zumindest mal nen Krater findet.
Und wie hat das Viech es geschafft, seinen voluminösen Arsch zwecks Eierlegung in den Madison Square Garden zu bekommen, ohne die Kuppel zu beschädigen?
Der flott-berühmte Todesstrahl kommt auch nur zweimal zum Einsatz (warum eigentlich?) und sieht dann stets so aus, als würde sich die ausgepustete Luft entzünden...

Aber wir wollen mal nicht nur auf Godzi rumhacken. Der Rest ist mindestens ebenso blöd: Miss Jungreporter jammert über ihre nie bekommene Chance, Broderick ist so beeindruckt, daß er glatt vergißt, daß man Big G. wegputzen muß, das Militär besteht nur aus unfähigen Witzvisagen, die von einem französischen Agenten locker ausgetrickst werden können, Tausende von Opfern werden gerade einmal erwähnt, der Castinggag mit den Star-Kritikern Siskel und Ebert (Assi und Bürgermeister) wird viel zu sehr ausgewalzt und der Oberbrüller ist die Forderung der New Yorker nach einem schnellen Abschuß, damit man wieder "Summer in the City" singen kann, obwohl da kaum noch zwei Steine übereinander stehen und das Katastrophengebiet damit komplett wäre.

Der Schlußgag ist dann noch aus Omas Grabbelkiste und verärgert auch den dümmsten Zuschauer, dem dieser Schotter irgendwie gefallen hat.
Godzilla ist Grütze total, in beinahe jeglicher Hinsicht mißlungen und langweilig, aber leider nicht trashig, was bei dem aufgewandten Budget aber auch schwer war. Ohne Nachdenken und Vergleichen wird sogar Unterhaltung draus. Aber so dumm war zum Glück kaum jemand...
Zur Vollständigkeit demnächst mal im Fernsehen, aber das Videogeld wäre damit verschwendet. (3/10)


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