Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 5/10) eingetragen am 08.05.2004, seitdem 381 Mal gelesen
Roland Emmerichs Version von „Godzilla“ ist zwar ein passables Plattmachspektakel, jedoch schwächer als die meisten anderen seiner Filme.
Im Pazifik führt die französische Regierung über die Jahre hinweg Atomtests durch, welche eine kleine Echse mutieren lassen bis daraus ein gewaltiges Monstrum von ungeheueren Ausmaßen wird. Dieses stürzt sich auch direkt auf einen Kutter, um diesen zu verknuspern und zu versenken. Damit beginnt der Film wie viele Monster-Movies: Ein kleiner Appetizer ehe das Vieh kurz mal in der Versenkung verschwindet und eine kurze, mehr oder minder plausible Erklärung, warum das Biest überhaupt existiert.
Als man neben dem einzigen Überlebenden der Kutterkatastrophe noch Spuren von Verwüstung auf einer kleinen Insel am Arsch der Welt findet, zieht man einen Experten hinzu: Dr. Niko Tatopoulos (Matthew Broderick), der sich mit der Mutation von Würmern durch Strahlung beschäftigt. Derweil arbeitet seine Ex-Freundin Audrey Timmonds (Maria Pitillo) unter schlechten Bedingungen bei einem New Yorker Fernsehsender. Damit stellt der Film kurz seine Figuren vor, ehe es dann rundgehen kann, wobei hier nur schnell die Charakterzüge umrissen werden, da bei dem Effektspektakel jeder tiefergehende Ansatz eh für die Katz wäre.
Andrerseits waren Emmerichs Filme auch nie Dialogfilme, sondern vor allem auf Krawall und Krawumm aus. Davon liefert er auch hier wieder einiges und das ist dank neuester Effekte auch nett anzusehen (Highlight: Die Explosion des Madison Square Garden). Bei den Baby-Godzillas ist die Action sogar etwas mehr in Richtung der Raptor-Jagd aus „Jurassic Park“ angelegt, was eine passable Abwechslung zu der Zerstörungsorgie des Riesenbiests bildet, denn diese ermüdet nach dem zig-ten geplätteten Hochhaus doch ein wenig. Alles in allem bieten die reichlichen Actionszenen aber anspruchslose Unterhaltung, die aber in erster Linie im Kino und nicht im TV ihre Wirkung entfaltet.
Jean Reno schlägt sich hier sicherlich am besten, liefert aber auch im Vergleich zu seinen Leistungen in Filmen wie „Ronin“ eine bestenfalls routinierte Leistung ab. Auch die sonstigen Schauspieler bewegen sich darstellerisch eher im Mittelfeld, wobei eh das komplette Ensemble nur Beiwerk zu den Effekten ist.
Passables Plattmachkino, das mit seinen Effekten und Actionszenen halbwegs ordentlich unterhält, aber mit schwachem Drehbuch und miesen Dialogen aufwartet.