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Insel, Die (2005)

Eine Kritik von Edward Bloom (Bewertung des Films: 9/10)
eingetragen am 20.08.2005, seitdem 339 Mal gelesen


Ein Flop in den USA muß noch lange kein schlechter Film sein

Eines gleich vorweg an alle Bay-Kritiker:
Wie kann man in einen Michael Bay-Film gehen und dann über Logiklöcher, Actionlastigkeit und Anspruchlosigkeit klagen ??
Dieser Regisseur ist doch in gewisser Weise dafür bekannt und viele Kritiker (v.a. in den USA) warten nur darauf ihre stereotypen Kritiken Film für Film wieder loszuwerden.
Und jetzt versucht er endlich einmal Anspruch mit Action zu verknüpfen und was kommt dann ??
Es werden wieder die kleinsten Logikfehler pingelig und kritikversessen herausgesucht.
Michael Bay wird in die Rolle des lauten, actionlastigen, anspruchslosen Regisseur reingepresst und er kann machen, was er will: er kommt nicht mehr heraus.
Dabei liefert er hier das beste, in sich stimmigste Werk seiner Karriere ab.
Die Geschichte um zwei Klone, die auf der Flucht sind, rutscht nie in Endlosaction und hat immer eine anspruchsvolle Note.
Was macht einen Menschen aus ?? Rechtfertigt Unsterblichkeit das Klonen von Menschen ?? Würden Sie sich einen Klon "anschaffen", wenn sie die Wahl hätten ??
Ewan McGregor füllt die Rolle des Lincoln Six-Echo perfekt aus und kann den Film zu jeder Minute tragen. Auch Scarlett Johansson überzeugt als naive Jordan Two-Delta.
Die beiden harmonieren perfekt und schlagen den Zuschauer sofort auf ihre Seite.
Absolut bewegend als Jordan ihre eigene Calvin-Klein sieht oder bei ihrer Klientin zu Hause anruft und ihr Ebenbild in Form des kleinen Jungen entdeckt.
Die Charaktere sind gut gezeichnet und haben Tiefe, was man auch am gelungenen Treffen des Klienten Lincoln und seines Klones sieht. Die beiden sind absolut verschieden und man weiß zu jeder Zeit wer Lincoln Six-Echo und wer Tom Lincoln ist. Die Geschichte überrascht mit Tiefe und unvorhersehbaren Wendungen, die den Zuschauer bis zum befriedigenden Ende fesselt.
Bay zeigt hier wieder einmal seine Klasse als Actionregisseur in perfekt choreografierten Zerstörungsorgien ohne jedoch (und das ist neu !!) die Geschichte und die Charaktere zu vergessen.
Und man darf nie vergessen: es handelt sich um Popcorn-Kino. Aber auch Popcorn-Kino muss nicht frei von jeglichem Anspruch sein.
Einziger Kritikpunkt, wegen dem der Film auch die Höchstpunktzahl verfehlt, ist der, dass einem verschiedene Sequenzen einfach schon von anderen Filmen bekannt vorkommen: sei es die Geburtsstätte, die an Matrix erinnert, oder auch die Autobahnszene mit den vom Laster herunterfallenden Trümmern, die man aus
Bad Boys 2 kennt.
FAZIT:
Michael Bay liefert uns hier einen perfekt gestylten Action-Kracher mit anspruchsvoller Note, der in Sachen Geschichte, Schauspieler, Atmosphäre und Score (hervorragend!!) auf ganzer Linie überzeugt.

9 / 10 Punkten


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