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Moderne Zeiten (1936)

Eine Kritik von anno nym (Bewertung des Films: 10/10)
eingetragen am 24.09.2002, seitdem 511 Mal gelesen


"Modern Times" ist mal wieder ein Meisterwerk von Chaplin, der hier Drehbuchschreiber, Regiesseur und Hauptdarsteller in einem war.
In den Film von 1936 geht es um einen (den) Tramp, der hier versucht, auf irgendeine Art und Weise ein glückliches Leben hinzubekommen. Während er zu Beginn noch an einem Fließband in eine großen Fabrik arbeitet, kommt er von dort schließlich in eine Nervenheilanstalt, wird, nachdem er diese verlassen hat, ins Gefängnis geworfen (da er fälschlicherweise für einen Kommunisten gehalten wird) und hat es dort so gut, dass er nach seiner Entlassung alles versucht, um wieder reinzukommen. Dabei lernt er eine schöne Frau (Chaplins damalige Ehefrau Paulette Gaudart) kennen, verliebt sich in sie und sucht nun wieder nach Arbeit.
Der ganze Film ist nicht als Oberflächliche Slapstick-Komödie, sondern als tiefgreifende (und mutige) Gesellschaftskritik zu sehen. Die Bedingungen in den Fabriken sind unmenschlich, ein Mensch hat keinen Wert und Arbeit gibt es so gut wie keine. Dafür ist die Polizei überall präsent und schlägt eventuelle Aufschläge sofort und brutal nieder. Der Tramp versucht nun auf seine Art, mit diesem Leben umzugehen, scheitert jedoch immer wieder. Das mag zwar in den Situationen sehr komisch erscheinen, im Endeffekt ist es aber ein sehr tragisches Bild, dass Chaplin mit seinem Film zeichnet.
Bemerkenswert ist, dass "Modern Times" Chaplins ersten Tonfilm darstellt und man deutlich merkt, dass er nur mit Wiederwillen in das neue Zeitalter des Kinos eintritt. Neben der im ganzen Film vorherrschenden, typischen Musik gibt es nur sehr, sehr wenige gesprochene Sätze (3 Stück insgesamt) und der Rest wird Stummfilmtypisch per Bild eingeblendet. Nur in einer Szene hört man die Stimme des Hauptdarstellers, sie ist gleichzeitig ein Höhepunkt des Films: Chaplin wird in einem Restaurant als Sänger eingesetzt, hat aber seinen Text vergessen. Daher improvisiert er und singt irgendwelchen unverständlichen Kauderwelsch, und trotzdem lacht man, da seine Mimik und Gestik einfach köstlich sind. Das ist eine Art Abrechnung mit dem Tonfilm: Chaplin brauch keinen Ton, um das Publikum zu unterhalten, er schafft das allein mit seiner Körpersprache.
Letztendlich kann man sagen, dass "Moderne Zeiten" ein wahres Meisterwerk seiner Zeit (und auch noch von heute) ist, dass jeder Cineast oder geschichtlich Interessierte schonmal gesehen haben sollte.
10/10


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