Eine Kritik von Coolidge (Bewertung des Films: 8/10) eingetragen am 19.02.2006, seitdem 158 Mal gelesen
Lange habe ich mich nicht mehr so auf einen Film gefreut wie auf diesen. Der Trailer sah gut aus, die Kritiken liesen einiges erwarten, ich erwartete nicht weniger als den besten Horrorfilm 2005 und wurde nicht enttäuscht.
Sechs extremsportbegeiserte Frauen treffen sich, ein Jahr nachdem eine von ihnen ihren Mann und ihre achtjährige Tochter bei einem Autounfall verloren hat, zu einer Höhlenexpedition. Dort unten kommen sie (natürlich) mächtig in Schwierigkeiten und zu allem Übel sind sie auch nicht allein im großen Dunkel.
Dieser Film hat einfach alles was einen guten Genre Beitrag ausmacht. Der Gore Gehalt ist recht hoch, die schauspielerischen Leistungen gehen in Ordnung (gerade die etwas blutigeren Szenen werden bei Genrekollegen gerne durch gnadenloses Overacting ihrer Wirkung beraubt) und Regisseur Neil Marshall gelingt es mit wenig Licht und viel Dunkelheit wirklich eine beklemmende, im wahrsten Sinne des Wortes beengende Atmosphäre zu erzeugen. Klaustrophobie galore!
Das Drehbuch überzeugt durch einen gut und langsam aufgebauten Plot. Erst einmal in Fahrt gekommen, hat man hier aber keine ruhige Minute mehr bis zum wirklich guten, im Sinne von originellen Ende.
Man kann gespannt sein, was Neil Marshall uns in Zukunft noch alles zeigen wird. Ich denke, man kann sich schon mal drauf freuen. Mit The Descent hat er zumindest schon mal den besten europäischen Horrorfilm seit mindestens einer halben Ewigkeit abgeliefert.