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Goldene Schwert des Königstigers, Das (1967)
Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 8/10) eingetragen am 02.10.2010, seitdem 282 Mal gelesen
Es war einer der ersten Filme Chang Chehs, der munter mehrere Streifen pro Jahr runterkurbelte, doch sein Klassiker „The One-Armed Swordsman“ ist erfreulich sorgsam in Szene gesetzt.
Ein Haufen meuchelmörderischer Übelwichte will dem Meister Qui Rufeng (Tien Feng) ans Leder und macht ihn mit Gift kampfunfähig, doch ein getreuer Diener ist zur Stelle, um sich die Bresche zu werfen und trotz siegreichen Kampfes verhackstückt zu werden. Damit drückt sich der alleinerziehende Vater erfolgreich um die weitere Verantwortung für den Sohnemann, der nun von Qui Rufeng als Schüler aufgenommen wird. Vom Papa bleibt ihm nur ein zerbrochenes Schwert, aber das alles hat hier erfreulich viel Bedeutung.
Jahre später ist Fang Gang (Wang Yu) zum bescheidenen wie fähigen Schwertkämpfer gereift, dessen Herkunft aber Neider auf den Plan ruft. Dem Spott zweier Schüler aus gutem Hause will er ebenso entgehen wie den Avancen von Pei-er (Yin Tze Pan), der Tochter des Meisters. Doch auf der Reise wird Fang Gang von den dreien überrascht, herausgefordert und verliert seinen Arm, als Pei-er infolge einer Niederlage im Kampf gegen ihn ausrastet – ein halber Mann, dessen liebstes Erinnerungsstück ein halbes Schwert ist, doch diese scheinbare symbolische Wertigkeit wird „The One-Armed Swordsman“ unterlaufen, eine Underdoggeschichte erzählen.
Fang Gang wird schwer verletzt von der Farmerin Hsiao Man (Chiao Chiao) geborgen, will schließlich auch Bauer werden, bis die Umstände ihn zwingen den einarmigen Kampf zu erlernen. Gleichzeitig planen üble Gestalten die Vernichtung von Fang Gangs ehemaligem Meister…
„The One-Armed Swordsman“ entpuppt sich als überraschend ruhiger Vertreter der Zunft des Schwertkampffilms, kein pausenloses Gekloppe und noch verhältnismäßig dezenter Kunstbluteinsatz zeichnen Chang Chehs Geschichte von der Selbstfindung eines Mannes, der sich schon abgeschrieben hatte, ab. Sicher, es ist klar, dass Fang Gang über sich hinauswachsen wird, es ist klar, dass das Gute am Ende siegen wird, wobei sich Übermoralist Fang Gang am Ende dann treu für ein Leben an Hsiao Mans Seite entscheiden wird – ein ganz Herzensguter also, doch der Schwertkampffilm war ja häufig moralisch geprägt, selbst wenn die Helden keine Samurai waren.
Natürlich sieht man den Locations ihre Kulissenherkunft in den Shaw Brothers Studios an, doch „The One-Armed Swordsman“ trägt dies nur zum Charme des Films bei, der trotz einer Lauflänge von rund 110 Minuten und seiner langsamen Erzählweise erfreulich flüssig runtergeht. Es wird gekämpft, geliebt und gehasst, nie so hundertprozentig zum Epos aufgeblasen, aber stets kurz davor – eine runde Mischung, die nicht umsonst zur Blaupause für spätere Kung Fu- und Schwertkampffilme werden sollte.
Doch neben der Verpackung interessiert beim Kampfkunstfilm natürlich auch das Wesentliche – ergo die Kämpfe. Und auch da liefert „The One-Armed Swordsman“ das, was man sich erhofft: Wunderbar choreographierte Auseinandersetzungen mit dezentem Wireworkeinsatz, für die damalige überraschend dynamischer Kamera, aber auch kleinen Schönheitsfehlern. So scheinen der Held und der Meister nur es deshalb so weit gebracht zu haben, weil sie schlau genug sind, sich auch mal zu bewegen, wenn die Spezialwaffen ihrer Feinde ihr Schwert festklemmen und nicht hilflos an der Klinge ziehen, während der Gegner ihnen mit einem Dolch den Bauch aufsäbelt. Auch die etwas theatralen Todesszenen wirken gelegentlich ein wenig aufgesetzt, da der Rest des Schwertkampfdramas doch wenig pathetisch ist, aber das sind nur kleine Kritikpunkte an dem sonst sehr gelungenen Film.
Wang Yu sorgt mit seiner Leistung dafür, dass das Drama funktioniert, denn er hat besitzt auch das nötige Schauspieltalent und Charisma um das Gefühlsleben der Figur darzustellen – da ist es auch kein Problem, dass man deutlich erkennt, dass er seinen zweiten Arm unter der Kleidung versteckt. Der Rest vom Fest ist solide, allenfalls Chiao Chiao könnte vielleicht ein wenig überzeugender sein, aber für einen Film dieses Genres insgesamt doch eine ziemlich gute Besetzung.
„The One-Armed Swordsman“ hat seine kleinen Schönheitsfehler, aber es ist schon schön zu sehen, mit wie viel Sorgfalt diese kostengünstige Shaw-Produktion in Szene gesetzt wurde. Erzählerisch dicht, gut gespielt und mit Stil inszeniert – die große Actionkeule, die holte dann erst das Sequel raus.
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